Institut für Schädlingskunde

 

 

Australische Schabe (Periplaneta australasiae)

 

Hier erfahren Sie alles über Erkennen, Vorkommen, Lebensweise, Schadwirkung und Bekämpfung von Periplaneta australasiae (Australische Schabe).

 

Wissenschaftlicher Artname der Australischen Schabe: Periplaneta australasiae (FABRICIUS, 1775)

 

Australische Schabe - Erkennen

Die Australische Schabe erreicht eine Körperlänge von 23 bis 30 mm und ist schwarzbraun gefärbt. Der Vorderbrustrücken weist bei Periplaneta australasiae auf seinem Hinterrand eine gelbliche Querbinde auf. Auf den Vorderflügeln befindet sich zudem eine gelbliche Längsbinde an der Basis des Vorderrandes. Somit sieht die Australische Schabe der Amerikanischen Schabe (Periplaneta americana) recht ähnlich. Allerdings fehlt der Amerikanischen Schabe die beschriebene gelbliche Längsbinde auf den Vorderflügeln. Wie alle Schaben oder Kakerlaken besitzen Australische Schaben kräftige Beine, mit denen sie sich extrem schnell fortbewegen können.

 

Australische Schabe (Periplaneta australasiae)

Abbildung 1: Wie alle Kakerlaken hat auch die Australische Schabe (Periplaneta australasiae) kräftige Beine, mit denen die Tiere erstaunlich schnell rennen können

Australische Schabe (Periplaneta australasiae)

Abbildung 2: Australische Schaben (Periplaneta australasiae) unterscheiden sich von der Amerikanischen Schabe (Periplaneta americana) durch die gelben Längsbinden an der Basis der Vorderflügel

Australische Schabe (Periplaneta australasiae)

Abbildung 3: Australische Schabe (Periplaneta australasiae) - Imagines und Larven

Amerikanische Schabe (Periplaneta americana)

Abbildung 4: Die Amerikanische Schabe (Periplaneta americana) ist auf den ersten Blick leicht mit der Australischen Schabe (Periplaneta australasiae) zu verwechseln

 

Australische Schabe - Vorkommen und Lebensweise

Ursprünglich stammt die Australische Schabe vermutlich aus Südostasien. Aber auch in anderen tropischen und subtropischen Regionen der Erde ist Periplaneta australasiae weit verbreitet. So kommen Australische Schaben beispielsweise auch im Süden der USA, sowie in Florida und Kalifornien häufig vor. In den letzten Jahren breitete sich Periplaneta australasiae zunehmend auch in gemäßigten Klimazonen aus. Hier leben Australische Schaben vor allem in Gewächshäusern, Botanischen Gärten, Zoologischen Gärten und Lebensmittelbetrieben. In Deutschland besiedelt Periplaneta australasiae schwerpunktmäßig Zoologische Gärten und Gewächshäuser in Botanischen Gärten (Mielke, 1998). So berichtet beispielsweise Mielke (2001) von einem massenhaften Vorkommen der Australischen Schabe in einem Gewächshaus des Magdeburger Zoos. Wie auch die Deutsche Schabe (Blattella germanica), die Orientalische Schabe (Blatta orientalis), die Amerikanische Schabe (Periplaneta americana) oder die Braunbandschabe (Supella longipalpa) nutzt Periplaneta australasiae eine Vielzahl von unterschiedlichen Nahrungsmitteln. Allerdings ernährt sich die Australische Schabe nicht nur von gelagerten Vorräten, sondern auch von lebenden Pflanzen. Ausgewachsene Australische Schaben haben eine Lebenserwartung von vier bis sechs Monaten. Die Weibchen von Periplaneta australasiae legen jeweils 22 bis 24 Eier in einer sog. Oothek ab, die eine Länge von zehn bis elf Millimeter aufweist. Im Laufe seines Lebens kann ein Weibchen der Australischen Schabe rund 20 bis 30 solcher Ootheken produzieren, in denen die Eier vor Umwelteinflüssen hervorragend geschützt sind. Unter optimalen Bedingungen schlüpfen die Larven von Periplaneta australasiae nach rund 40 Tagen aus den Eiern. Bis zum Erreichen der Geschlechtsreife häuten sich die Larven der Australischen Schabe sechs- bis zwölf-mal. Unter optimalen Bedingungen vergeht fast ein Jahr bis die Larven von Periplaneta australasiae ausgewachsen sind. Da die Australische Schabe ursprünglich aus den Tropen stammt, handelt es sich um eine vergleichsweise wärmebedürftige Schabenart. Ihre Vorzugstemperatur liegt bei rund 30°C.

 

 

Australische Schabe - Schadwirkung

In Deutschland und vielen anderen Ländern werden Schaben aufgrund ihrer weiten Verbreitung und ihres häufigen Vorkommens allgemein als bedeutende Gesundheitsschädlinge angesehen. Aufgrund ihrer Lebensweise können Schaben, die umgangssprachlich auch als Kakerlaken bezeichnet werden, humanmedizinisch und veterinärmedizinisch bedeutsame Krankheitskeime verbreiten. Dokumentiert wurden unter anderem die Übertragung von Tuberkulose, Ruhr, Typhus, Cholera, Kinderlähmung und Hepatitis B durch verschiedene Schabenarten. Sehr problematisch ist auch die mögliche Verbreitung von Schimmelpilzsporen durch Schaben. In einer Laborstudie konnte die Australische Schabe experimentell mit verschiedenen Salmonellenarten infiziert werden. Ein Individuum von Periplaneta australasiae war erwiesenermaßen 18 Tage lang infektiös (Mackerras & Pope, 1948). Eine oft unterschätzte Rolle spielen Kakerlaken auch als Verursacher von Allergien. So kommen Schabenallergene als Verursacher der sog. Hausstauballergie in Betracht. Schaben, wie die Australische Schabe oder die nah verwandte Amerikanische Schabe (Periplaneta americana) gelten allerdings nicht nur als Gesundheitsschädlinge und Hygieneschädlinge, sondern werden auch als Materialschädlinge angesehen. Insbesondere technische Anlagen sind betroffen, da Kakerlaken von der Wärmeentwicklung in den Geräten angezogen werden. Häufig werden Fehlfunktionen ausgelöst, wenn Schaben in elektronische Geräte eindringen.

 

 

Australische Schabe - Bekämpfung

Die Australische Schabe kann nachhaltig und wirkungsvoll mit gelförmigen Fraßködern bekämpft werden, die verschiedene insektizide Wirkstoffe wie Fipronil, Imidacloprid, Abamectin oder Hydramethylnon enthalten. Diese sog. Ködergele bleiben nach der Ausbringung unter optimalen Bedingungen teilweise mehrere Wochen lang wirksam und zeichnen sich bei sachgemäßer Anwendung durch hohen Anwenderschutz aus. Neben Schabenködern können zur Bekämpfung von Periplaneta australasiae auch Kontaktinsektizide eingesetzt werden. Da die Australische Schabe ursprünglich aus den Tropen stammt, können die Tiere theoretisch auch mit niedrigen Temperaturen bekämpft werden. In einer Laboruntersuchung wurde festgestellt, dass sich die Larven der Australischen Schabe erst ab einer Temperatur von mindestens 17,1°C entwickeln können. Aus diesen Ergebnissen leiten die Autoren der Studie die Empfehlung ab Vorratsgüter nicht über 16°C zu lagern, um einen Befall mit Periplaneta australasiae zu verhindern (Stejskal et al., 2004).

 

Weitere Informationen zu Erkennen, Vorkommen, Lebensweise, Schadwirkung und Bekämpfung von Periplaneta australasiae (Australische Schabe).

 

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