Der rötlich bis rotgelb gefärbte Behaarte Baumschwammkäfer erreicht eine Körperlänge von 2,5 bis drei Millimeter. Der Körper von Typhaea stercorea ist länglich-oval und stark behaart. Auf den Flügeldecken befinden sich fein gepunktete Längsreihen. Die letzten drei Glieder der 11-gliedrigen Antennen des Behaarten Baumschwammkäfers sind vergrößert und bilden eine deutlich abgesetzte Fühlerkeule.
Der Behaarte Baumschwammkäfer ist in seinem Lebensraum auf eine hohe Luft- und Substratfeuchtigkeit angewiesen. Im Freien ist er z. B. unter Baumrinde und in vermoderndem Holz zu finden, wo er sich von den dort wachsenden Schimmelpilzen ernährt. Typhaea stercorea befällt daher auch Vorratsgüter wie zum Beispiel Getreide, auf denen sich infolge falscher Lagerung Schimmelpilze entwickelt haben. Auch an schimmligem Holz und Stroh wird der Behaarte Baumschwammkäfer regelmäßig gefunden.
Der Behaarte Baumschwammkäfer ist kein Vorratsschädling im eigentlichen Sinne, da er sich weniger von der gelagerten Ware selbst als vielmehr von den sich dort entwickelnden Schimmelpilzen ernährt. Ein massenhaftes Auftreten von Typhaea stercorea deutet daher auf Pilzbefall der Ware hin, was wiederum auf zu feuchte Lagerungsbedingungen der Vorratsgüter zurückzuführen ist. Der Behaarte Baumschwammkäfer kommt darüber hinaus auch als Vektor von bakteriellen Krankheitserregern in Betracht. So konnten Hald et al. (1998) nachweisen, dass Typhaea stercorea in einem Geflügelzuchtbetrieb für die Infektion von Küken mit dem pathogenen Bakterium Salmonella enterica serovar Infantis verantwortlich war. Dieser Salmonellenerreger konnte in 45 % der untersuchten Käfer nachgewiesen werden. Außerdem wurde experimentell belegt, dass sich Hühnerküken durch den Verzehr von infizierten Käfern selbst mit Salmonella enterica serovar Infantis ansteckten.
Um einem Befall mit dem Behaarten Baumschwammkäfer vorzubeugen, muss darauf geachtet werden, dass sich an gelagerten Vorräten keine Schimmelpilze bilden können. Dies bedeutet beispielsweise in Lagerräumen, dass die relative Luftfeuchtigkeit im Raum 65 % nicht überschreiten darf. Ist es möglich für ausreichend trockene Bedingungen zu sorgen, so wird ein Befall mit Typhaea stercorea meist von allein wieder verschwinden. Um den Behaarten Baumschwammkäfer direkt zu bekämpfen können gasförmige Insektizide wie Stickstoff, Kohlendioxid oder Phosphorwasserstoff eingesetzt werden, die üblicherweise im Vorratsschutz Verwendung finden.
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