Institut für Schädlingskunde

 

 

Bernstein Waldschabe (Ectobius vittiventris)

 

Hier erfahren Sie alles über Erkennen, Vorkommen, Lebensweise, Schadwirkung und Bekämpfung der Bernstein Waldschabe (Ectobius vittiventris).

 

Wissenschaftlicher Artname der Bernstein Waldschabe: Ectobius vittiventris (COSTA, 1847)

 

Bernstein Waldschabe (Ectobius vittiventris)

Abbildung 1: Die Bernstein Waldschabe (Ectobius vittiventris) hat sich in den vergangenen Jahren immer weiter nach Nordosten ausgebreitet

Bernstein Waldschabe (Ectobius vittiventris)

Abbildung 2: Die Bernstein Waldschabe (Ectobius vittiventris) ist Ende des 20. Jahrhunderts aus der Nordschweiz nach Deutschland eingewandert

Bernstein Waldschabe (Ectobius vittiventris) Oothek

Abbildung 3: Eine Eikapsel oder Oothek der Bernstein Waldschabe (Ectobius vittiventris)

 

 

Bernstein Waldschabe - Vorkommen und Lebensweise

Ectobius vittiventris ist eine Schabenart, die ursprünglich nur im südeuropäischen Raum verbreitet war (Ramme, 1951; Harz, 1957; Harz & Kaltenbach, 1976) und die im Tessin die Nordgrenze ihres Verbreitungsgebietes erreichte. Ab Ende der 80er Jahre des zwanzigsten Jahrhunderts wurde die Bernstein Waldschabe dann auch immer häufiger in der Nordschweiz gefunden. Meist wurden die Tiere dabei in Häusern gesichtet. Im Jahr 2002 gelang der erste Fund in Südbaden (Baur et al., 2004). Mittlerweile hat sich Ectobius vittiventris weiter in nördlicher Richtung ausgebreitet und besiedelt vermutlich bereits große Teile Südwestdeutschlands. In der Schweiz liegt die Höhenverbreitung dieser Schabenart in der Regel zwischen 260 und 700 m über NN. Vereinzelt wurde die Bernstein Waldschabe hier aber auch in einer Höhe von bis zu 1.400 Meter über NN gefunden. Wovon sich diese Schabenart genau ernährt wurde bislang nicht untersucht. Es ist aber anzunehmen, dass sie wie andere Ectobius-Arten auch überwiegend pflanzliche Kost verzehrt. Im Freiland wurde die Bernstein Waldschabe bislang meist in Hecken und an Waldrändern beobachtet. Oft findet man die Tiere auf Sträuchern, wo sie auf Blättern und Zweigen herumlaufen (Baur et al., 2004). In Städten kommen die Tiere häufig in Gärten und Parks vor, wo sie auf Sträuchern oder im Gras herumlaufen. Im Freiland wird Ectobius vittiventris meist erst in der Dämmerung aktiv. Tagsüber findet man die Art oft unter Steinen, im Laub, unter Blumentöpfen oder in Rolladenkästen. In Häusern ist die Bernstein Waldschabe dagegen auch am Tag aktiv. Laut Landau et al. (2003) fliegen sowohl die Männchen als auch die Weibchen von Ectobius vittiventris bei warmem Wetter häufig. Baur et al. (2004) vermuten, dass die Bernstein Waldschabe in der Nordschweiz einen zweijährigen Entwicklungszyklus hat, so wie dies auch von anderen Ectobius-Arten bekannt ist. Vermutlich werden die Eikapseln in den Sommer- und Herbstmonaten abgelegt. Die Nymphen schlüpfen erst nach der Überwinterung in der Eikapsel im darauf folgenden Frühjahr und häuten sich vor der zweiten Überwinterung im Nymphenstadium ein- oder zweimal. Die Häutung zur erwachsenen Schabe findet dann im Sommer des zweiten Lebensjahres statt. Welches Alter die adulten Bernstein Waldschaben erreichen können ist nicht bekannt.

 

Bernstein Waldschabe - Erkennen

Die Bernstein Waldschabe ist auf den ersten Blick leicht mit der Deutschen Schabe (Blattella germanica) oder der Braunbandschabe (Supella longipalpa) zu verwechseln. Allerdings fehlen der Bernstein Waldschabe die beiden dunklen Linien auf dem Halsschild, die typisch für die Deutsche Schabe, sowie die Braunbandschabe sind. Ein weiteres Unterscheidungsmerkmal ist die Bedornung am Femur (Schenkel) des mittleren und hinteren Laufbeinpaares. Während man bei der Deutschen Schabe und der Braunbandschabe hier kräftige Dornen findet, gibt es bei der Bernstein Waldschabe nur wenige, kleinere Dornen. Ectobius vittiventris ist eine der größten europäischen Ectobius-Arten. Die Männchen der Bernstein Waldschabe werden mit 12,4 bis 14,6 mm etwas größer als die Weibchen, die nur 9,3 bis 11,9 mm lang werden (Baur et al., 2004). Auch die Deckflügel der Männchen werden mit 10,6 bis 12,1 mm etwas länger als die der Weibchen (7,8 bis 10,0 mm). Männliche Ectobius vittiventris sind darüber hinaus deutlich schlanker als weibliche Individuen. Der Kopf der Schaben ist gelblich bis orangebraun gefärbt. Das Zentrum des Halsschildes, der sog. Discus, ist bei der Bernstein Waldschabe mehr oder weniger gleichmäßig bernsteinfarbig. Von diesem Merkmal leitet sich auch der deutsche Artname von Ectobius vittiventris ab. Der Saum des Halsschildes ist deutlich heller als der Discus. Die Deckflügel sind glasig-gelblich gefärbt und schwach gemustert. Die Nymphen, also die Larven der Bernstein Waldschabe sehen den erwachsenen Schaben recht ähnlich. Lediglich die Flügel sind bei ihnen noch nicht vollständig ausgebildet. Wie alle Schabenarten legt auch Ectobius vittiventris ihre Eier in einer speziellen Eikapsel oder Oothek ab, in der die Eier vor Freßfeinden und widrigen Umwelteinflüssen geschützt sind. Die Oothek der Bernstein Waldschabe ist zwischen 2,9 und 4,9 Millimeter lang und in der Mitte 2,1 bis 2,7 Millimeter breit. Sie enthält 12 bis 23 Eikammern und ist braun bis schwarzbraun gefärbt (Baur et al., 2004). Die Weibchen tragen die Oothek stets ein paar Tage am Hinterleib mit sich herum, bevor sie sie an einem geschützten Platz ablegen.

 

Bernstein Waldschabe (Ectobius vittiventris)

Abbildung 4: Die Bernstein Waldschabe (Ectobius vittiventris) ist unter anderem an ihrem bernsteinfarbenen Halsschild zu erkennen

Bernstein Waldschabe (Ectobius vittiventris)

Abbildung 5: Der Bernstein Waldschabe (Ectobius vittiventris) fehlen im Gegensatz zur Deutschen Schabe kräftige Dornen am Schenkel des mittleren und hinteren Beinpaares

 

 

Bernstein Waldschabe - Vorkommen und Lebensweise

Ectobius vittiventris ist eine Schabenart, die ursprünglich nur im südeuropäischen Raum verbreitet war (Ramme, 1951; Harz, 1957; Harz & Kaltenbach, 1976) und die im Tessin die Nordgrenze ihres Verbreitungsgebietes erreichte. Ab Ende der 80er Jahre des zwanzigsten Jahrhunderts wurde die Bernstein Waldschabe dann auch immer häufiger in der Nordschweiz gefunden. Meist wurden die Tiere dabei in Häusern gesichtet. Im Jahr 2002 gelang der erste Fund in Südbaden (Baur et al., 2004). Mittlerweile hat sich Ectobius vittiventris weiter in nördlicher Richtung ausgebreitet und besiedelt vermutlich bereits große Teile Südwestdeutschlands. In der Schweiz liegt die Höhenverbreitung dieser Schabenart in der Regel zwischen 260 und 700 m über NN. Vereinzelt wurde die Bernstein Waldschabe hier aber auch in einer Höhe von bis zu 1.400 Meter über NN gefunden. Wovon sich diese Schabenart genau ernährt wurde bislang nicht untersucht. Es ist aber anzunehmen, dass sie wie andere Ectobius-Arten auch überwiegend pflanzliche Kost verzehrt. Im Freiland wurde die Bernstein Waldschabe bislang meist in Hecken und an Waldrändern beobachtet. Oft findet man die Tiere auf Sträuchern, wo sie auf Blättern und Zweigen herumlaufen (Baur et al., 2004). In Städten kommen die Tiere häufig in Gärten und Parks vor, wo sie auf Sträuchern oder im Gras herumlaufen. Im Freiland wird Ectobius vittiventris meist erst in der Dämmerung aktiv. Tagsüber findet man die Art oft unter Steinen, im Laub, unter Blumentöpfen oder in Rolladenkästen. In Häusern ist die Bernstein Waldschabe dagegen auch am Tag aktiv. Laut Landau et al. (2003) fliegen sowohl die Männchen als auch die Weibchen von Ectobius vittiventris bei warmem Wetter häufig. Baur et al. (2004) vermuten, dass die Bernstein Waldschabe in der Nordschweiz einen zweijährigen Entwicklungszyklus hat, so wie dies auch von anderen Ectobius-Arten bekannt ist. Vermutlich werden die Eikapseln in den Sommer- und Herbstmonaten abgelegt. Die Nymphen schlüpfen erst nach der Überwinterung in der Eikapsel im darauf folgenden Frühjahr und häuten sich vor der zweiten Überwinterung im Nymphenstadium ein- oder zweimal. Die Häutung zur erwachsenen Schabe findet dann im Sommer des zweiten Lebensjahres statt. Welches Alter die adulten Bernstein Waldschaben erreichen können ist nicht bekannt.

 

 

Bernstein Waldschabe - Schadwirkung

Ectobius vittiventris wird regelmäßig in Häusern und Wohnungen gefunden. Uckay et al. (2009) beschreiben beispielsweise das Auftreten von ca. 30 Bernstein Waldschaben in der Intensivstation eines Genfer Krankenhauses. Vermutlich gelangten die Schaben in diesem Fall durch Fenster, die nachts offen standen, in das Gebäude. Bislang gibt es keine Belege dafür, dass sich diese Schabenart in Gebäuden vermehren kann (Landau et al., 2003). Vermutlich überlebt die Bernstein Waldschabe in Wohnungen nur wenige Tage. Anders als die Deutsche Schabe (Blattella germanica) oder die Orientschabe (Blatta orientalis) gilt die Bernstein Waldschabe somit nicht als Schädling, sondern bei einem Auftreten in Wohnungen lediglich als Lästling.

 

 

Bernstein Waldschabe - Bekämpfung

In der Regel ist es nicht erforderlich die Bernstein Waldschabe zu bekämpfen, da die Schaben nach aktuellem Kenntnisstand im Haus nur wenige Tage überleben können. Um zu verhindern, dass die flugfähigen Schaben durch geöffnete Fenster in das Haus gelangen, können Fliegengitter an den Fenstern angebracht werden. Dies ist besonders bei Gebäuden sinnvoll in denen Ectobius vittiventris regelmäßig gefunden wird und die in der Nähe von Waldrändern, Hecken oder anderen Lebensräumen der Bernstein Waldschabe liegen. Sollten Bekämpfungsmaßnahmen notwendig werden, so kann man Bernstein Waldschaben mit Insektensprays bekämpfen, die Wirkstoffe wie Pyrethrum, Permethrin oder Lamda-Cyhalothrin enthalten.

 

Deutsche Schabe (Blattella germanica)

Abbildung 6: Die Deutsche Schabe (Blattella germanica) kann leicht mit der Bernstein Waldschabe (Ectobius vittiventris) verwechselt werden

Braunbandschabe (Supella longipalpa)

Abbildung 7: Auch die Braunbandschabe (Supella longipalpa) sieht der Bernstein Waldschabe (Ectobius vittiventris) auf den ersten Blick recht ähnlich

 

Weitere Informationen zu Erkennen, Vorkommen, Lebensweise, Schadwirkung und Bekämpfung der Bernstein Waldschabe ( Ectobius vittiventris).

 

 

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