Institut für Schädlingskunde

Schimmelkäfer



Hier erfahren Sie alles Wissenwerte über Aussehen, Verbreitung, Verhalten, Schadpotenzial und Bekämpfen des Schimmelkäfers (Cryptophagus sp.).



Wissenschaftliche Bezeichnung: Cryptophagus HERBST, 1792

 

Schimmelkäfer - Aussehen: Zur Gattung Cryptophagus werden eine ganze Reihe, schwer unterscheidbare Arten gezählt, die im Deutschen mit der Sammelbezeichnung Schimmelkäfer belegt werden. Charakteristisch für die Imagines der Gattung Cryptophagus ist, dass die Vorderecken des Halsschildes verdickt oder zumindest napfförmig abgesetzt sind und seitlich hervorstehen. Außerdem weisen die Seitenränder des Halsschildes, des so genannten Pronotums, jeweils ein Zähnchen auf. Es handelt sich bei Schimmelkäfern durchwegs um recht kleine Arten, die nur selten eine Länge von drei Millimetern überschreiten und nie länger als 5,5 Millimeter werden. Die hellbraun bis dunkelbraun gefärbten Schimmelkäfer haben eine länglich-ovale bis gestreckte Gestalt. Die Fühler bestehen aus elf Gliedern. Die letzten drei Glieder bilden eine deutlich abgesetzte Fühlerkeule. Bei den Schimmelkäfer-Weibchen sind die Fußglieder, die so genannten Tarsen, aller Beine fünfgliedrig, während bei den Männchen die Hinterbeine viergliedrige Füße haben.

 

 
Abbildung 1: Die sehr kleinen Käfer der Gattung Cryptophagus werden auch Schimmelkäfer genannt  

 

 

Schimmelkäfer - Verbreitung und Verhalten: Schimmelkäfer und deren Larven leben normalerweise unter Rinde, an vermodernden Pflanzenteilen oder verschimmelten Substanzen tierischer Herkunft, in Pilzen oder aber in Höhlen. Einige Arten werden regelmäßig auch in Häusern angetroffen, wenn sich dort aufgrund einer hohen Feuchtigkeit von mindestens 85 % relativer Luftfeuchtigkeit Schimmelpilze angesiedelt haben. Sowohl die adulten Käfer, als auch die Larven der Schimmelkäfer ernähren sich von Schimmelpilzen. Schimmelkäfer besetzen somit eine ähnliche ökologische Nische wie der Moderkäfer (Latridius minutus) oder der Behaarte Baumschwammkäfer (Typhaea stercorea) Die Gattung Cryptophagus ist in Europa und Asien weit verbreitet.

 

Schimmelkäfer - Schadpotenzial: Auch wenn Schimmelkäfer regelmäßig an Vorräten auftreten sind sie keine echten Vorratsschädlinge, sondern vielmehr Indikatororganismen für eine zu hohe Luftfeuchtigkeit beziehungsweise für unzureichende (feuchte) Lagerbedingungen. Allerdings sind Lebensmittel in denen sich Schimmelkäfer entwickelt haben schon allein aufgrund des Käferbefalls nicht mehr zu verkaufen. Das feine Fraßmehl, das die Käfer produzieren könnte eine allergene Wirkung haben.

 

 

Schimmelkäfer - Bekämpfen: Schimmelkäfer können sich nur dort massenhaft entwickeln, wo die zu ihrer Ernährung notwendigen Schimmelpilze in ausreichendem Maße vorhanden sind. Um einem Befall mit Schimmelkäfern vorzubeugen muss daher darauf geachtet werden, dass sich keine Schimmelpilze bilden können. Dies bedeutet beispielsweise in Lagerräumen, dass die relative Luftfeuchtigkeit im Raum, sowie innerhalb des Lagergutes nicht über 65 % ansteigen darf. Ist es möglich für ausreichend trockene Bedingungen zu sorgen, so werden Cryptophagus-Arten meist von allein abwandern oder aber absterben. Treten Schimmelkäfer in Privathaushalten auf, so sollte vor der Durchführung von Bekämpfungsmaßnahmen zunächst der Befallsherd lokalisiert werden. Treten die Tiere zum Beispiel in einer frisch renovierten Wohnung auf, so könnte dies daran liegen, dass sich auf den noch feuchten Tapeten ein für das Auge unsichtbarer Schimmelpilzbelag gebildet hat. In diesem Fall muss durch verstärktes Lüften dafür gesorgt werden, dass die Tapeten abtrocknen. Auf diese Weise wird den Schimmelkäfern ihre Nahrungsgrundlage entzogen. Bleiben diese Maßnahmen erfolglos, so kann es auch notwendig werden Schimmelkäfer direkt zu bekämpfen. Zur direkten Bekämpfung eignen sich Kontaktinsektizide wie Pyrethrum, oder die von diesem Naturpräparat abgeleiteten synthetischen Pyrethroide.

 

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