Institut für Schädlingskunde

Bernstein Waldschaben bekämpfen

 

Hier erfahren Sie alles Wissenswerte über Aussehen, Verbreitung, Verhalten, Schadpotenzial und Bekämpfen von Ectobius vittiventris (Bernstein Waldschabe)

 

Wissenschaftliche Bezeichnung: Ectobius vittiventris (COSTA, 1847)

 

Bernstein Waldschaben - Aussehen: Ectobius vittiventris ist eine kleine Schabenart die mit zehn bis vierzehn Millimeter Körperlänge ungefähr so groß wird wie die Deutsche Schabe (Blattella germanica) oder die Möbelschabe (Supella longipalpa). Allerdings ist das Halsschild der Bernstein Waldschabe einfarbig (bernsteinfarben), während das Halsschild der Deutschen Schabe zwei dunkle Längsstreifen und das Halsschild der Möbelschabe zwei helle Querstreifen aufweist. Die Flügel sind sowohl bei den Männchen als auch bei den Weibchen von Ectobius vittiventris gut ausgebildet. Wie alle Schaben haben Bernstein Waldschaben kräftige und lange Beine, mit denen sie bei Gefahr erstaunlich schnell laufen und klettern können. Die Antennen sind lang und dünn. Die Eier werden in einer dunkel gefärbten Eikapsel abgelegt, die rund zwanzig Eier enthalten kann und meist eine Länge von ungefähr vier Millimeter aufweist.

   
Abbildung 1: Weibchen von Ectobius vittiventris (Bernstein Waldschabe) - Dorsalansicht
  Abbildung 2: Weibchen von Ectobius vittiventris (Bernstein Waldschabe) - Ventralansicht  

 

 

Bernstein Waldschaben - Verbreitung und Verhalten: Bis 1990 kam die Bernstein Waldschabe ausschließlich in Südeuropa vor. Seither wurde diese Schabenart immer häufiger in der Nordschweiz und später dann sogar in Südwest-Deutschland gefunden. Im nördlichen Teil ihres Verbreitungsgebietes werden die Tiere häufig in Städten und Ortschaften gesichtet. Hier findet man die Tiere oft in Parks. Aber auch in Feldgehölzen oder entlang von Waldrändern werden diese Schaben immer wieder beobachtet. Die Nahrung von Ectobius vittiventris besteht vermutlich aus diversen Pflanzenteilen. Im Freiland wird die Bernstein Waldschabe meist erst in der Dämmerung aktiv. In Häusern laufen die Tiere aber auch am Tag herum. Beide Geschlechter sind flugfähig und fliegen vermutlich vor allem in warmen Sommernächten durch offene Fenster ins Haus. Die Entwicklung vom Ei bis zum ausgewachsenen Insekt dauert bei Ectobius vittiventris vermutlich zwei Jahre.

 

 

Bernstein Waldschaben - Schadpotenzial: Obwohl Ectobius vittiventris regelmäßig in Häusern und Wohnungen gefunden wird, gilt diese Schabenart nicht als Schädling. Im Gegensatz zu Kakerlakenarten wie der Braunbandschabe (Supella longipalpa) oder der Amerikanischen Schabe (Periplaneta americana) können sich Bernstein Waldschaben in Gebäuden vermutlich nicht vermehren.

 

Bernstein Waldschaben - Bekämpfen: Synanthrope Schabenarten wie die Amerikanische Schabe (Periplaneta americana), die Australische Schabe (Periplaneta australasiae), die Orientschabe (Blatta orientalis), die Deutsche Schabe (Blattella germanica) oder die Möbelschabe (Supella longipalpa) gelten aufgrund ihrer Lebensweise als gefährliche Gesundheitsschädlinge und müssen daher unbedingt bekämpft werden. Dies trifft nach derzeitigem Stand des Wissens für Ectobius vittiventris nicht zu. Eine Bekämpfung von Ectobius vittiventris macht meist auch keinen Sinn, da diese Schaben in Häusern nur wenige Tage überleben können. Bei Bedarf kann man die Bernstein Waldschabe selbstverständlich mit handelsüblichen Insektensprays bekämpfen. Zur Akzeptanz von Fraßködern liegen bislang keine Informationen vor.

 

Noch mehr Informationen zu Aussehen, Verbreitung, Verhalten, Schadpotenzial und Bekämpfen von Ectobius vittiventris (Bernstein Waldschabe)

 

 

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