Institut für Schädlingskunde

Eilema caniola

 

Hier erfahren Sie alles Wissenswerte über Aussehen, Verbreitung, Verhalten, Schadpotenzial und Bekämpfen von Eilema caniola, dem Blassgrauen Flechtenbär

 

Wissenschaftliche Bezeichnung: Eilema caniola (HÜBNER, 1808)

 

Eilema caniola - Aussehen: Der Blassgraue Flechtenbär ist ein kleiner, nachtaktiver Schmetterling aus der Familie der Bärenspinner oder Arctiidae. Ähnlich wie bei anderen Mottenarten werden auch bei dieser Art die Falter von Lichtquellen angelockt. Die Flügelspannweite beträgt 28 bis 35 mm. Die Flügel liegen in Ruhestellung eng am Körper an - man spricht hier vom sogenannten Rollflügeltyp. Die bräunlichen Raupen werden 2 bis 3 cm lang. Auf ihrem Rücken fallen zwei rötliche Punktreihen auf. Die Raupen von Eilema caniola sind, ähnlich wie die Raupen anderer Arctiiden, stark beborstet. Die Eier werden in größeren Gelegen abgesetzt, die rund 70 Eier enthalten. Derartige Eigelege werden auch als Eispiegel bezeichnet. Das einzelne Ei besitzt einen Durchmesser von etwas mehr als einem halben Millimeter.

 

   
Abbildung 1: Die Falter von Eilema caniola besitzen Flügel vom sogenannten Rollflügeltyp
  Abbildung 2: Die Raupen von Eilema caniola können eine Raupendermatitis auslösen  

 

 

Eilema caniola - Verbreitung und Verhalten: Eilema caniola ist eine Arctiidenart mit einem relativ großen Verbreitungsgebiet. In Deutschland hat sich das Vorkommensgebiet der Art in den letzten Jahren stark ausgedehnt. Sowohl die Falter als auch die Raupen des Blassgrauen Flechtenbärs sind nachtaktiv. Die Raupen leben in Dörfern und Städten auf Hausdächern und fressen hier Flechten und Grünalgen, die auf Dachziegeln wachsen. Bei uns entstehen im Jahr zwei Generationen - man spricht in diesem Zusammenhang auch von einer bivoltinen Art. Raupen treten meist zwischen Mai und Juni, sowie von August bis September auf. Die Raupen der zweiten Generation überwintern - daher kann man junge Raupen von Eilema caniola manchmal auch mitten im Winter im Haus finden.

 

 

 

Eilema caniola - Schadpotenzial: Die Falter des Blassgrauen Flechtenbärs sind vollkommen harmlos. Zwar haben sie eine gewisse Ähnlichkeit mit der Kleidermotte (Tineola bisselliella), allerdings befallen sie weder Kleidungsstücke noch Lebensmittel. Problematischer sind hingegen die Raupen von Eilema caniola. Da sie stark beborstet sind, können sie bei direktem Hautkontakt vor allem bei sensiblen Menschen eine sogenannte Raupendermatitis hervorrufen, die Juckreiz und Hautrötungen verursacht. Der Blassgraue Flechtenbär wird daher im urbanen Raum als Hygieneschädling eingestuft.

 

Eilema caniola - Bekämpfen: Um zu verhindern, dass die Falter von Eilema caniola durch offene Fenster in die Wohnung gelangen, kann man Fliegengitter an den Fenstern anbringen. Die Raupen kriechen vor allem im Sommer, wenn es ihnen auf dem Dach zu warm wird, durch die Laibungen von Dachflächenfenstern in die Wohnung. Um dies zu verhindern, kann man die Fensterlaibungen mit Kontaktinsektiziden behandeln. In Dachstühlen sitzen die Raupen oft auf der Innenseite der Dachziegeln. In diesem Fall kann man den gesamten Dachstuhl mit Pyrethrum oder einem anderen Kontaktinsektizid im Nebelverfahren behandeln. Weitere Informationen wie man Eilema caniola bekämpfen kann erhalten Sie in dem ausführlichen Originalbeitrag "Das Weißgraue Flechtenbärchen – Aussehen, Schadpotenzial und Bekämpfungsmöglichkeiten."

 

Noch mehr Informationen zu Aussehen, Verbreitung, Verhalten, Schadpotenzial und Bekämpfen von Eilema caniola (Blassgrauer Flechtenbär)

 

 

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