Institut für Schädlingskunde

 

 

Flöhe (Siphonaptera)

 

Hier erfahren Sie alles über Erkennen, Vorkommen, Lebensweise, Schadwirkung und Bekämpfung der Flöhe (Siphonaptera).

 

Wissenschaftlicher Bezeichnung: Siphonaptera

Der Mensch kann von verschiedenen Floharten befallen werden, die häufig von Hunden, Katzen, Vögeln oder Nagetieren in die Wohnung eingeschleppt werden. Hierzu gehören zum Beispiel Menschenfloh (Pulex irritans), Katzenfloh (Ctenocephalides felis), Hundefloh (Ctenocephalides canis), Hühnerfloh (Ceratophyllus gallinae), Igelfloh (Archaeopsylla erinacei), Taubenfloh (Ceratophyllus columbae), Rattenfloh (Nosophyllus fasciatus) oder Mäusefloh (Leptopsyllus segnis).

 

Flöhe - Erkennen

Flöhe sind als geschlechtsreife Tiere (Imagines) meist zwei bis drei Millimeter große, flügellose Insekten mit seitlich stark abgeflachtem Körper. Die beiden hinteren Beinpaare sind als Sprungbeine entwickelt. Anders als beispielsweise Bienen oder Fliegen besitzen Flöhe anstelle von Facettenaugen lediglich kleine Einzelaugen. Die Antennen sind kurz und können in Kopfgruben eingeklappt werden. Die stechend-saugenden Mundwerkzeuge, mit denen die Tiere das Blut von Warmblütern trinken, sind dagegen kräftig entwickelt. Die Larven der Flöhe sind augen- und fußlos. Ähnlich wie manche Schmetterlingsraupen besitzen sie lediglich sog. Nachschieber, die den Flohlarven eine spannerraupenartige Fortbewegung erlaubt.

 

Katzenfloh (Ctenocephalides felis)

Abbildung 1: Flöhe (Siphonaptera) sind flügellose Insekten mit seitlich stark abgeflachtem Körper (hier: Katzenfloh - Ctenocephalides canis)

Igelfloh (Archaeopsylla erinacei)

Abbildung 2: Charakteristisch für Flöhe (Siphonaptera) sind die kräftig ausgebildeten Sprungbeine (hier: Igelfloh - Archaeopsylla erinacei)

 

 

Flöhe - Vorkommen und Lebensweise

Bei den ausgewachsenen Flöhen nehmen beide Geschlechter in der Regel täglich Blut auf. Parasitiert werden in erster Linie Säugetiere, daneben aber auch Vögel. Die kräftig entwickelten Sprungbeine der Flöhe lassen Sprünge von bis zu 50 cm zu, was für die Wirtsfindung von großer Bedeutung ist. Meist werden die Wirte nur zur Nahrungsaufnahme aufgesucht, so dass sich stets nur 1 % einer Flohpopulation (inklusive der Larven) auf dem befallenen Warmblüter befindet. Die Flohweibchen legen insgesamt mehrere 100 Eier in Tierlager, Matratzen, Dielenritzen oder Teppichen ab. Nur wenige Tage später schlüpfen die Flohlarven, die sich von Detritus, Schimmel oder dem Kot der adulten Flöhe ernähren. Das Schlüpfen aus der Puppenhülle wird oft erst durch einen Erschütterungsreiz ausgelöst. Falls ein solcher Reiz, der in der Regel von einem möglichen Wirt verursacht wird, für längere Zeit ausbleibt, kann sich der Schlupf der adulten Flöhe mehrere Monate lang verzögern. Auf diese Weise kann zum Beispiel beim Bezug einer Wohnung, die längere Zeit leer stand, ein Massenschlüpfen von Flöhen ausgelöst werden. Flöhe orientieren sich auch an Temperatur und CO2-Konzentration der Luft. Alle diese Faktoren ermöglichen es den Flöhen einen geeigneten Wirt zu finden. Unter günstigen Bedingungen erfordert die Generationenfolge bei den meisten Floharten lediglich zwei Wochen.

 

Flöhe - Schadwirkung

Die Bisse der Flöhe können starken Juckreiz und sogar allergische Reaktionen auslösen, da Speicheldrüsensekret in die Wunde abgegeben wird, das ein Verklumpen des Bluts verhindert. Die Einstichstellen können sich darüber hinaus leicht entzünden, was zu Ekzembildung beitragen kann. Eine wesentlich größere Bedeutung haben Flöhe allerdings als Vektoren zahlreicher Krankheitserreger. Hundefloh (Ctenocephalides canis) und Katzenfloh (Ctenocephalides felis) fungieren zum Beispiel als Zwischenwirte des Bandwurms Dipylidium caninum, der nicht selten bei Kindern auftritt. Alle Floharten können beim Blutsaugen auch Bakterien übertragen. Am bekanntesten dürfte hierbei der Pesterreger Yersinia pestis sein. Häufig übertragen Flöhe auch Staphylococcen oder weitere, humanpathogene Bakterienarten.

 

Flöhe - Bekämpfung

Ist es notwendig geworden Flöhe zu bekämpfen muss vor dem Beginn einer Flohbehandlung zunächst der Befallsherd (zum Beispiel ein bestimmtes Haustier) ermittelt werden. Hierzu ist es wichtig festzustellen, um welche Flohart es sich genau handelt. Der Fang der Flöhe kann mit Hilfe einer speziellen Flohfalle erfolgen. Die Flöhe werden zunächst von abgestrahltem Licht angelockt und bleiben auf einer Klebefläche haften. Zur Bekämpfung können verschiedene Kontaktinsektizide eingesetzt werden, die auf die von den Flöhen besiedelten Flächen (zum Beispiel Teppichböden) gesprüht werden. Die Präparate enthalten entweder Substanzen, die das Nervensystem der Flöhe schädigen, oder aber Entwicklungshemmer, die ein Absterben von Floheiern und Flohlarven herbeiführen. Falls Hunde oder Katzen von Flöhen befallen sind, muss parallel zu den Bekämpfungsmaßnahmen in der Wohnung eine tierärztliche Behandlung der Haustiere durchgeführt werden. Ganz wichtig bei einem Flohbefall ist, die Wohnung täglich zu saugen - am besten mehrmals.

 

Weitere Informationen zu Erkennen, Vorkommen, Lebensweise, Schadwirkung und Bekämpfung der Flöhe (Siphonaptera).

 

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