Institut für Schädlingskunde

Große Wachsmotte



Hier erfahren Sie alles Wissenwerte über Aussehen, Verbreitung, Verhalten, Schadpotenzial und Bekämpfen der Großen Wachsmotte (Galleria mellonella).



Wissenschaftliche Bezeichnung der Großen Wachsmotte: Galleria mellonella (LINNAEUS, 1758)

 

Große Wachsmotte - Aussehen: Die Falter der Großen Wachsmotte haben eine Flügelspannweite von drei bis vier Zentimetern. Die Vorderflügel sind überwiegend aschgrau gefärbt - der Vorderrand der Vorderflügel erscheint bräunlich verdunkelt. Der Innenrand der Vorderflügel hat eine hellgelbe Färbung und zeigt überdies große, rotbraune Flecken. Die Hinterflügel sind bei den Männchen von Galleria mellonella grau mit schwarzbraunem Saum, bei den Weibchen dagegen gelblichweiß. Die Larven sind beigefarben (siehe Abbildung 1) und können eine Länge von bis zu 23 Millimetern erreichen.

 

 
Abbildung 1: Große Wachsmotte (Galleria mellonella) - Larven  

 

 

Große Wachsmotte - Verbreitung und Verhalten: Die Große Wachsmotte kommt fast überall dort vor, wo auch die Honigbiene (Apis mellifera) lebt. Die Falter von Galleria mellonella sind nachtaktiv und nehmen während ihres kurzen Lebens keine Nahrung mehr zu sich. Die Weibchen haben eine Lebenserwartung von ein bis drei Wochen und legen in diesem Zeitraum bis zu 1.000 Eier ab. Die Eiablage erfolgt hauptsächlich in Bienenstöcken. Hierzu versuchen die Weibchen der Großen Wachsmotte in der Dämmerung in einen Bienenstock einzudringen. Die Gelege bestehen aus bis zu 150 Eiern. Bei einer Temperatur von rund 25°C schlüpfen die Larven nach fünf bis acht Tagen aus dem Ei. Die Larven von Galleria mellonella benötigen für ihre Entwicklung eine Mindesttemperatur von 15°C. Ideal sind allerdings Temperaturen zwischen 29 und 35°C. Galleria mellonella ist ein Bienenschädling, da die Larven dieser Schmetterlingsart den Inhalt von Bienenwaben komplett auffressen können. Je nach Temperartur benötigt die Große Wachsmotte für den gesamten Entwicklungszyklus zwischen sechs Wochen und sechs Monaten. Eier, Larven oder Puppen von Galleria mellonella können überwintern.

 

 

Große Wachsmotte - Schadpotenzial: Die Große Wachsmotte ist für die Imkerei ein wichtiger Schädling, da die Larven den Inhalt der Bienenwaben fressen und diese dadurch zerstören. Für die Imker besteht die Hauptgefahr darin, dass Waben, die dem Bienenvolk im Herbst entnommen wurden während der Lagerung von den Larven der Großen Wachsmotte zerfressen werden. Die Falter von Galleria mellonella können Krankheitserreger, wie zum Beispiel die Amerikanische Faulbrut, zwischen Bienenvölkern verbreiten.

 

Große Wachsmotte - Bekämpfen: Um eine Massenvermehrung von Galleria mellonella zu verhindern, sollten Waben oder Wachs konsequent aus nicht mehr besetzten Bienenstöcken entfernt werden. Zur direkten Bekämpfung der Großen Wachsmotte können physikalische, biologische oder chemische Verfahren eingesetzt werden. Bei Temperaturen unter 15°C können sich die Larven von Galleria mellonella nicht weiter entwickeln. Waben sollten daher bei entsprechend tiefen Temperaturen gelagert werden. Durch eine Kälte- oder Wärmebehandlung können Eier und Larven dieses Bienenschädlings sogar abgetötet werden. Hierzu sollten die mit Wachsmotten befallenen Waben für mindestens fünf Stunden bei -7°C gelagert werden. Auch durch eine Hitzebehandlung lässt sich die Große Wachsmotte bekämpfen. Beispielsweise kann man die Waben 80 Minuten lang einer Temperatur von 46°C aussetzen, um alle Stadien von Galleria mellonella abzutöten. Speziell die Larven der Große Wachsmotte können mit Bacillus thuringiensis-Präparaten bekämpft werden. Hierbei handelt es sich um ein natürliches Insektizid, das selektiv auf die Larven verschiedener Schmetterlingsarten wirkt. Zur chemischen Bekämpfung können die leeren Bienestöcke mit Schwefel, Essigsäure oder Ameisensäure behandelt werden.

 

Noch mehr Informationen zu Aussehen, Verbreitung, Verhalten, Schadpotenzial und Bekämpfen der Großen Wachsmotte (Galleria mellonella).

 

 

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