Institut für Schädlingskunde

 

 

Holzzerstörende Ameisenarten

 

Im Gegensatz zur Schwarzgrauen Wegameise (Lasius niger) siedeln sich fünf weitere Ameisenarten direkt im Haus an und können durch das Aushöhlen von Balken bzw. durch das Zerkleinern von Dämmstoffen z. T. große Schäden anrichten (s. Abb. 1).

 

 
Abb. 1: Eine Kolonie der Braunen Wegameise (Lasius brunneus) hat sich in einer Zwischendecke angesiedelt  

 

Unabhängig von der Bekämpfung empfiehlt sich daher bei einem Befall durch holzzerstörende Ameisen die Einschaltung eines Bausachverständigen. Holzzerstörende Ameisenarten sind in Deutschland die Rossameise (Camponotus ligniperda), die Glänzendschwarze Holzameise (Lasius fuliginosus), die Zweifarbige Wegameise (Lasius emarginatus), die Kerblippige Roßameise (Camponotus fallax) und die Braune Wegameise (Lasius brunneus). Die Bekämpfung von Ameisenkolonien, die sich im Haus angesiedelt haben bereitet aus verschiedenen Gründen oft erhebliche Probleme. Außerhalb des Nestes trifft man in der Regel nur die Arbeiterinnen an. Die ausschließliche Bekämpfung dieser Außendiensttiere macht allerdings wenig Sinn, da der Verlust von vergleichsweise wenigen Individuen rasch ausgeglichen werden kann. Das eigentliche Ziel von Bekämpfungsaktionen sollte daher sein die Königin(nen) zu beseitigen, da nur dann das Volk auf lange Sicht aussterben wird. Meist halten sich die Königinnen in dem am besten geschützten - und damit auch unzugänglichsten Teil des Nestes auf. Dies erschwert eine Bekämpfung mit Kontaktinsektiziden, besonders wenn es sich um weit verzweigte Nestanlagen handelt, wie sie z. B. von der Rossameise bekannt sind. Auch eine Bekämpfung mit vergifteten Ködern allein bringt oftmals nicht den gewünschten Erfolg, da Ameisen i. d. R. mehrere Futterquellen nutzen und so nur ein Teil der Tiere vergiftetes Futter aufnimmt.

Detaillierte Hintergrundinformationen zum Thema "Holzzerstörende Ameisenarten und ihre Bekämpfung" finden Sie auch in unserem Praxisartikel, in dem wir die Bekämpfung eines Volkes der Braunen Wegameise dokumentiert haben, die sich in der Zwischendecke eines Wohnhauses eingenistet hatte.

 

Um holzzerstörende Ameisenarten effektiv bekämpfen zu können, sollte man die folgenden allgemeinen Empfehlungen berücksichtigen:

 

• Zunächst sollte mit Hilfe von Klebefallen die Befallsstärke abgeschätzt und die Lage des Nestes mehr oder weniger genau lokalisiert werden.

• Sobald feststeht wo sich das Nest befindet können Kontaktinsektizide eingesetzt werden.

• Als zusätzliche Maßnahme empfiehlt es sich entlang der Ameisenstrassen bzw. in Nestnähe Fraßköder auszulegen.

• Gleichzeitig müssen Lebensmittel gut verschlossen werden, damit den Tieren keine anderen Nahrungsmittel zur Verfügung stehen.

 

Hier erfahren Sie noch mehr Wissenswertes über Holzzerstörende Ameisenarten

 

 

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© Martin Felke - Institut für Schädlingskunde