Der Hühnerfloh ist ein bräunlich gefärbtes Insekt. Ceratophyllus gallinae hat einen seitlich stark komprimierten Körper und ist, wie alle anderen Floharten auch, ungeflügelt. Das dritte Beinpaar ist beim Hühnerfloh länger als die ersten beiden Beinpaare und sehr kräftig ausgebildet. Im Gegensatz zu Hundefloh (Ctenocephalides canis) und Katzenfloh (Ctenocephalides felis) fehlen dem Hühnerfloh stachelartige Fortsätze im Bereich des Kopfes. Der Rückenkamm des Vorderbrustrings besteht bei Ceratophyllus gallinae auf jeder Seite aus vierzehn Stacheln.
Der Hühnerfloh ist in Mitteleuropa die häufigste Art der Gattung und lebt hauptsächlich in den Nestern zahlreicher Vogelarten. In 40 untersuchten Nistkästen der Kohlmeise (Parus major) wurde stets der Hühnerfloh gefunden. Die durchschnittliche Anzahl Hühnerflöhe pro Nistkasten lag bei 108 Individuen. In fünf Nistkästen kamen sogar mehr als 200 Individuen von Ceratophyllus gallinae vor (Kiziroglu, 1984). In Hühnerställen findet Ceratophyllus gallinae optimale Entwicklungsbedingungen und kann sich hier massenhaft vermehren. Mitunter werden auch Säugetiere sowie der Mensch befallen – vor allem wenn die typischen Wirtstiere, also bestimmte Vogelarten, fehlen. Die überwiegende Zeit verbringt der Hühnerfloh im Nestmaterial. Die Wirtsvögel werden nur sporadisch zur Aufnahme von Blut aufgesucht. Die Larven von Ceratophyllus gallinae entwickeln sich innerhalb des Nistmaterials und ernähren sich hauptsächlich vom Kot der erwachsenen Hühnerflöhe, der zum größten Teil aus unverdautem Blut besteht.
Der Hühnerfloh gilt als Hygieneschädling, da er beim Blutsaugen Infektionskrankheiten übertragen kann. Bei vielen Menschen führen die Stiche von Ceratophyllus gallinae zur Bildung von Quaddeln und starkem Juckreiz. Diese Hautveränderungen werden durch bestimmte Substanzen im Speichel der Hühnerflöhe ausgelöst, die die Blutgerinnung verhindern.
Flohplagen, die durch Hühnerflöhe ausgelöst werden, gehen meist von nicht besiedelten Nistkästen aus. Aus Ermangelung geeigneter Wirtstiere (hier: Vögel) verlassen die Flöhe das Nest und befallen zum Beispiel Menschen, die sich im Garten aufhalten. In diesem Fall empfiehlt es sich, den betreffenden Nistkasten zu reinigen und das Nistmaterial zu verbrennen. Es gibt verschiedene Methoden Hühnerflöhe, die bereits ins Haus eingedrungen sind, zu bekämpfen. Zum Fang von adulten Ceratophyllus gallinae werden spezielle Flohfallen angeboten. Die Hühnerflöhe werden zunächst von dem durch die Falle abgestrahltem Licht angelockt und bleiben auf einer Klebefläche haften. Zur Bekämpfung von Hühnerflöhen und anderen Floharten können verschiedene Kontaktinsektizide eingesetzt werden, die auf die von Ceratophyllus gallinae besiedelten Flächen (zum Beispiel Teppichböden) gesprüht werden. Die Präparate enthalten entweder Substanzen, die das Nervensystem der Hühnerflöhe schädigen, oder aber Entwicklungshemmer, die ein Absterben von Floheiern und Flohlarven herbeiführen. Falls Haustiere von den Hühnerflöhen befallen sind, muss parallel zu den Bekämpfungsmaßnahmen in der Wohnung eine tierärztliche Behandlung der Haustiere durchgeführt werden.
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