Institut für Schädlingskunde

 

 

Hundefloh

 

Wissenschaftlicher Artname des Hundeflohs: Ctenocephalides canis (CURTIS, 1826)

 

Wie sehen Hundeflöhe aus? Adulte Hundeflöhe sind bräunliche, flügellose Insekten mit seitlich komprimiertem Körper. Die Extremitäten des dritten Beinpaares sind als Sprungbeine ausgebildet. Die Körperlänge variiert bei Hundeflöhen zwischen 1,5 und 3 mm. Die Eier der Hundeflöhe sind 0,5 bis 0,6 mm lang, oval, milchig-weiß und glänzend. Die beinlosen Larven sind gelblich-weiß gefärbt. Ihr schlanker Körper ist deutlich segmentiert und weist zahlreiche Borsten auf. Die Larven des Hundeflohs besitzen, wie andere Flohlarven auch, beißend-kauende Mundwerkzeuge und haben eine deutlich erkennbare, braune Kopfkapsel.

 

 
Abb. 1: Der Katzenfloh (Ctenocephalides felis) ist nah mit dem Hundefloh (Ctenocephalides canis) verwandt  

 

Wo leben Hundeflöhe? Der Hundefloh ist weltweit verbreitet. Hauptwirte für Hundeflöhe sind Haushund, Fuchs und Wolf. Nebenwirte sind unter anderem der Mensch, die Hauskatze oder das Hauskaninchen. Kurz vor der Verpuppung erreichen die Larven der Hundeflöhe eine Länge von rund 5 mm. Die Verpuppung erfolgt in einem Kokon, an dessen klebriger Oberfläche Partikel aus der Umgebung haften. Der Entwicklungszyklus dauert bei Zimmertemperatur durchschnittlich drei bis fünf Wochen. Optimal für alle Stadien ist eine Temperatur von etwa 25°C und eine relative Luftfeuchtigkeit von 80 %. Kälte und Trockenheit kann der Hundefloh dagegen schlecht tolerieren. Bei kühleren Temperaturen dauert die Entwicklung vom Ei bis zum adulten Insekt bis zu 30 Wochen. Die Paarung erfolgt auf dem Wirtsorganismus. Bereits 24 bis 48 Stunden nach der ersten Blutaufnahme legt ein Weibchen ca. 25 Eier pro Tag direkt in das Fell des Wirtstieres, wobei allerdings die meisten Eier bereits nach kurzer Zeit zu Boden fallen. Insgesamt legt ein Flohweibchen in seinem Leben bis zu 2.000 Eier. Innerhalb von 1 bis 10 Tagen schlüpfen die Junglarven aus den Eiern. Die Larven des Hundeflohs ernähren sich vor allem vom Kot der Imagines, sowie von organischen Abfällen. Die Larven sind negativ phototaktisch und verstecken sich in Ritzen, Spalten, Textilien und Teppichfasern. Abhängig von Temperatur und relativer Luftfeuchte häuten sich die Larven zweimal innerhalb von ein bis vier Wochen, so dass insgesamt drei Larvenstadien durchlaufen werden. Die bis zu fünf mm lange, bräunliche Drittlarve verpuppt sich in einem selbstgesponnenen drei bis fünf mm großen, klebrigen Kokon, der sie gut vor äußeren Einflüssen schützt. Durch die klebrige Oberfläche haften Staub und Schmutz an der Oberfläche, wodurch der Kokon gut getarnt und zusätzlich geschützt ist. Der adulte Floh schlüpft nach 10 bis 140 Tagen. Der Schlupf erfolgt erst bei bestimmten externen Reizen wie Erschütterung des Bodens, Wärme oder einer hohen Kohlendioxid-Konzentration der Luft. Alle diese Faktoren deuten auf die Anwesenheit eines geeigneten Wirtstieres hin. Sowohl die Männchen, als auch die Weibchen des Hundeflohs ernähren sich ausschließlich vom Blut ihres Wirtsorganismus und saugen pro Tag etwa 30 Minuten lang Blut. Vor der ersten Blutmahlzeit können adulte Flöhe ca. zwei bis acht Wochen ohne Wirt überleben. Nachdem sie zum ersten Mal Blut aufgenommen haben, müssen sie mindestens einmal pro Tag Blut saugen um überleben zu können. Ein Floh kann bis zu 110 Tagen am Wirt leben. In der Regel beträgt die Lebensdauer der Imagines aber nicht länger als 3 Wochen.

 

Können Hundeflöhe Krankheiten übertragen? Hundeflöhe müssen, wie alle anderen Blutsaugenden Floharten auch, als ernstzunehmende Hygieneschädlinge angesehen werden, vor allem da sie als Vektoren für eine Reihe von Infektionskrankheiten in Frage kommen. Beim Einstich selbst wird die Haut verletzt. Zusätzlich sondert der Floh zusammen mit dem Speichel sog. Antikoagulantien ab. Es handelt sich hierbei um Substanzen, die die Blutgerinnung verhindern. Allein die injizierten Antikoagulantien verursachen Entzündungen und lösen allergische Reaktionen aus. Daher führt ein Flohstich zu stark juckenden Hautveränderungen, deren Ausmaß von der individuellen Reaktion des Körpers auf die Irritation abhängt. Als Folge der Flohstiche entstehen hochgradig juckende Quaddeln und Erytheme. Infolge des Juckreizes kommt es häufig zu vermehrtem Kratzen. Dies wiederum kann Sekundäreffloreszenzen verursachen. Als Effloreszenz bezeichnet man die Gesamtheit der pathologischen Hautveränderungen. Je nach Art der Veränderung unterscheidet man hierbei zwischen Primär- und Sekundäreffloreszenzen. Primäre Effloreszenzen sind üblicherweise direkte Folgen der Erkrankung. Die wichtigsten primären Effloreszenzen sind Macula (Fleck), Papula (Knötchen), Tuber (oberflächlicher Knoten), Nodus (tiefer Knoten), Phyma (Knolle, Tumor), Urtica (Quaddel), Vesicula (Bläschen), Bulla (Blase), Pustula (Eiterbläschen) und Cystis (Zyste). Sekundäre Effloreszenzen sind spätere Entwicklungsstufen der Hautveränderung und entwickeln sich aus primären Effloreszenzen. Typische Sekundäreffloreszenzen sind z. B. Squama (Schuppe), Crusta (Kruste), Erosio (Erosion), Excoriatio (Abschürfung), Rhagade, Fissura, Ulcus (Geschwür), Cicatrix (Narbe) und Atrophia (Hautschwund). Speziell bei Haustieren kann ein Massenbefall mit dem Hundefloh zu Ekzemen, Abmagerung und Anämie führen. Liegt eine Flohspeichelallergie vor, für deren Auslösung der Stich eines einzelnen Flohs ausreicht, so führt dies bei betroffenen Menschen oder Haustieren zu juckenden Papeln (d. h. über dem Hautniveau liegende Knötchen) und Erythemen (d. h. entzündlichen Rötungen der Haut) mit diffusen, großflächigen Alopezien (Haarausfall) primär an Rücken, Unterbauch und den Unterseiten der Hintergliedmaßen. Vom Hundefloh befallene Tiere kratzen und beißen sich. Die Tiere sind unruhig, oder zeigen gar Hautveränderungen im Bereich der Kruppe, des Schwanzansatzes oder der unbehaarten Bauchseite. Wie alle Floharten kann auch der Hundefloh beim Blutsaugen Bakterien übertragen. Am bekanntesten dürfte hierbei der Pesterreger Yersinia pestis sein. Häufig werden Staphylococcen übertragen. Der Hundefloh ist außerdem Zwischenwirt für den Kürbiskernbandwurm (Dipylidium caninum).

 

Wie kann man Hundeflöhe bekämpfen? Vor dem Beginn einer Flohbehandlung muss zunächst der Befallsherd (z. B. ein bestimmtes Haustier) ermittelt werden. Hierzu ist es wichtig festzustellen, um welche Flohart es sich genau handelt. Zur eigentlichen Bekämpfung können verschiedene Kontaktinsektizide, wie z. B. Pyrethroide, eingesetzt werden, die auf die von den Flöhen besiedelten Flächen (z. B. Teppichböden) gesprüht werden. Entwicklungshemmer wie Methoprene wirken ausschließlich gegen Eier und Larven. Im Ei wird die Entwicklung des Flohembryos gestört, so dass es nicht zum Schlupf kommt. Bei den Larven der Hundeflöhe treten Häutungsprobleme auf, die schließlich zum Tod des Individuums führen. Um den Bekämpfungserfolg sicherzustellen empfiehlt es sich generell, die Behandlung mit Kontaktinsektiziden nach ein bis zwei Wochen zu wiederholen.

 

Hier erfahren Sie noch mehr Wissenswertes über Hundeflöhe (Ctenocephalides canis).

 

 

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