Institut für Schädlingskunde

 

 

Käsemilbe (Tyrolichus casei)

 

Hier erfahren Sie alles über Erkennen, Vorkommen, Lebensweise, Schadwirkung und Bekämpfung der Käsemilbe (Tyrolichus casei).

 

Wissenschaftlicher Artname der Käsemilbe: Tyrolichus casei (OUDEMANS, 1910)

 

Käsemilbe - Erkennen

Wie alle Milben besitzt auch die Käsemilbe vier Beinpaare. Tyrolichus casei hat einen recht farblosen Körper und wird 0,4 bis 0,7 Millimeter lang. Beine und Mundwerkzeuge der Käsemilbe erscheinen leicht bräunlich. Am Hinterende des Körpers fallen acht längere Haare auf.

 

Milbe (Acari)

Abb. 1: Die Käsemilbe (Tyrolichus casei) ist ein weltweit verbreiteter Hygieneschädling

Milbe (Acari)

Abb. 2: Die Käsemilbe (Tyrolichus casei) gehört in die Gruppe der Spinnentiere (Chelicerata)

 

 

Käsemilbe - Vorkommen und Lebensweise

Die Käsemilbe ist weltweit verbreitet. Bei einer Temperatur von 23°C und einer relativen Luftfeuchtigkeit von 87 % ist der Entwicklungszyklus vom Ei bis zur geschlechtsreifen Milbe bereits nach 15 bis 18 Tagen abgeschlossen. Unter mitteleuropäischen Bedingungen ist diese vorratsschädliche Milbenart auch in der Lage im Freiland zu überwintern. Im Altenburger Land im südlichen Sachsen-Anhalt werden Käsemilben bereits seit 300 Jahren zur Herstellung einer ganz besonderen Käsesorte verwendet (Würchwitzer Milbenkäse). Dieser Milbenkäse wird unter Zugabe von Käsemilben aus getrocknetem Magerquark hergestellt. Die Käsemilben sorgen dabei durch die Abgabe von Verdauungsenzymen für eine Fermentation des Magerquarks. Die Herstellung von Milbenkäse ist sehr zeit- und arbeitsaufwändig und kann drei bis sechs Monate in Anspruch nehmen. Von Kennern wird Milbenkäse aufgrund seiner ungewöhnlichen Geschmacksvielfalt sehr geschätzt. Milbenkäse ist vom Geschmack her am ehesten mit einem besonders würzigen Harzer Käse zu vergleichen und zeichnet sich durch seine extrem lange Haltbarkeit aus. Andere Sorten von traditionell hergestelltem Milbenkäse sind auch aus Spanien, Belgien und Frankreich bekannt.

 

Käsemilbe - Schadwirkung

Außer an Käse kann die Käsemilbe auch an Getreide, Mehl, Früchtebrot, alten Honigwaben oder Hundefutter vorkommen. Zu einer Massenvermehrung kommt es vor allem an feuchtem Lagergetreide, das von Schimmelpilzen befallen ist. Beim Verzehr von Nahrungsmitteln, die mit dieser Lebensmittelmilbe befallen sind, können Magen-Darm-Probleme auftreten. Nahrungsmittel, die von Käsemilben befallen sind, sollten daher auf keinen Fall mehr verzehrt werden.

 

Käsemilbe - Bekämpfung

Da Käsemilben vor allem auf Trockenheit relativ empfindlich reagieren, kann ein Befall mit diesen Lebensmitteln durch eine sachgemäße Lagerung der Vorräte leicht verhindert werden. Nahrungsmittel können bei einer Substratfeuchte von 13 bis 14 %, bzw. einer relativen Luftfeuchtigkeit von weniger als 60 % von den Milben nicht mehr besiedelt werden.

 

Weitere Informationen zu Erkennen, Vorkommen, Lebensweise, Schadwirkung und Bekämpfung der Käsemilbe (Tyrolichus casei).

 

 

Ähnliche Schädlingsarten

Backobstmilbe (Carpoglyphus lactis)

Mehlmilbe (Acarus siro)

Modermilbe (Tyrophagus putrescentiae)

Nordische Vogelmilbe (Ornithonyssus sylviarum)

Pflaumenmilbe (Lepidoglyphus destructor)

Rote Vogelmilbe (Dermanyssus gallinae)

 

 

Steckbriefe weiterer Schädlingsarten