Institut für Schädlingskunde

 

 

Koprakäfer (Necrobia rufipes)

 

Hier erfahren Sie alles über Erkennen, Vorkommen, Lebensweise, Schadwirkung und Bekämpfung von Necrobia rufipes (Koprakäfer).

 

Wissenschaftlicher Artname des Koprakäfers: Necrobia rufipes (DE GEER, 1775)

 

Koprakäfer - Erkennen

Necrobia rufipes gehört in die Familie der Buntkäfer (Cleridae). Die grün bis blau gefärbten Koprakäfer erreichen eine Länge von bis zu sieben Millimeter. Die Beine, sowie die ersten fünf Antennensegmente sind rötlich gefärbt.

 

Koprakäfer (Necrobia rufipes)

Abb. 1: Der Koprakäfer (Necrobia rufipes) kommt infolge des globalen Warenverkehrs weltweit vor

Koprakäfer (Necrobia rufipes)

Abb. 2: Kopfansicht des Koprakäfers (Necrobia rufipes)

Ameisenbuntkäfer (Thanasimus formicarius)

Abb. 3: Der Ameisenbuntkäfer (Thanasimus formicarius) gehört in die selbe Familie wie der Koprakäfer (Necrobia rufipes)

 

Koprakäfer - Vorkommen und Lebensweise

Der Koprakäfer ist kosmopolitisch verbreitet. Wie andere Buntkäfer ist auch der Koprakäfer eine räuberische Käferart und ernährt sich vorzugsweise von Eiern und Larven anderer Insektenarten. Necrobia rufipes ist recht produktiv. Ein einzelnes Weibchen kann im Laufe seines Lebens bis zu 2.100 Eier ablegen. Die Eier sind rund einen Millimeter lang und ca. 0,75 Millimeter breit und werden in kleinen Gruppen abgelegt. Die recht beweglichen Larven schlüpfen bei Zimmertemperatur meist nach vier bis fünf Tagen und bohren sich einige Zeit später in verschiedene Vorräte wie Käse oder Schinken ein. Verpuppungsreife Larven verlassen das Brutsubstrat, um sich an einem dunklen und trockenen Platz zu verpuppen. Vor der Verpuppung stellt die Larve von Necrobia rufipes einen Kokon her, der an der Unterlage befestigt wird. Für den kompletten Entwicklungszyklus vom Ei bis zum adulten Insekt benötigt der Koprakäfer unter optimalen Bedingungen mindestens 36 Tage. Die Käfer haben eine Lebensdauer von bis zu 14 Monaten. Necrobia rufipes ist gegenüber Kälte relativ tolerant. Zumindest ältere Larven können unter den in Mitteleuropa herrschenden Klimabedingungen im Freiland überwintern.

 

Koprakäfer - Schadwirkung

Der Koprakäfer ist ein typischer Vorratsschädling und Hygieneschädling, der zum Beispiel schon in geräucherten Fleisch- und Wurstwaren, hartem Käse, Trockenfisch, Schinken, Speck, Kopra, getrocknetem Eigelb oder auch in getrockneten Feigen gefunden wurde. Mit befallenen Lebensmitteln oder Tierfutter kann der Koprakäfer auch in Privathaushalte gelangen. Befallene Lebensmittel sind mit Kot und Fraßmehl von Necrobia rufipes kontaminiert und sollten nicht mehr verzehrt werden.

 

Koprakäfer - Bekämpfung

Um den Koprakäfer in Vorratslagern oder Lebensmittelverarbeitenden Betrieben zu bekämpfen, können befallene Lebensmittel in gasdichten Containern mit Stickstoff, Kohlendioxid und Phosphorwasserstoff begast werden. Hierbei ist darauf zu achten, dass das Gas ausreichend lange einwirken muss um alle Stadien von Necrobia rufipes abzutöten.

 

Weitere Informationen zu Erkennen, Vorkommen, Lebensweise, Schadwirkung und Bekämpfung von Necrobia rufipes (Koprakäfer).

 

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