Institut für Schädlingskunde

 

 

Kornkäfer (Sitophilus granarius)

 

Hier erfahren Sie alles über Erkennen, Vorkommen, Lebensweise, Schadwirkung und Bekämpfung von Sitophilus granarius (Kornkäfer).

 

Wissenschaftlicher Artname des Kornkäfers: Sitophilus granarius (LINNAEUS, 1758)

 

Kornkäfer - Erkennen

Wie alle Arten aus der Familie der Rüsselkäfer (Curculionidae) hat auch der Kornkäfer einen rüsselförmig verlängerten Kopf. Die Körpergröße der Kornkäfer liegt zwischen 3,8 und 5,1 Millimetern und hängt außer von Temperatur und Luftfeuchtigkeit auch vom Brutsubstrat ab, in dem sich die Larve entwickelt hat. Die Antennen sind beim Kornkäfer rechtwinklig gebogen – man spricht hier von sog. geknieten Fühlern. Kornkäfer sind nicht in der Lage zu fliehen. Auf den miteinander verwachsenen Flügeldecken von Sitophilus granarius verlaufen punktierte Längsstreifen.

 

Kornkäfer (Sitophilus granarius)

Abb. 1: Der Kornkäfer (Sitophilus granarius) gehört in die Familie der Rüsselkäfer (Curculionidae)

Reiskäfer (Sitophilus oryzae)

Abb. 2: Der Reiskäfer (Sitophilus oryzae) ist nah mit dem Kornkäfer (Sitophilus granarius) verwandt

Maiskäfer (Sitophilus zeamais)

Abb. 3: Auch der Maiskäfer (Sitophilus zeamais) ähnelt dem Kornkäfer (Sitophilus granarius)

 

 

Kornkäfer - Vorkommen und Lebensweise

Ursprünglich stammt Sitophilus granarius vermutlich aus Vorderasien und Indien. Mittlerweile aber ist der Kornkäfer weltweit einer der wichtigsten Vorratsschädlinge. Bei einer Temperatur von 27°C dauert die Entwicklung vom Ei bis zum Käfer zwischen 29 und 34 Tage. Die komplette Entwicklung von Sitophilus granarius vollzieht sich im Inneren des Brutsubstrats, wie zum Beispiel einem Getreidekorn. Bei einer Temperatur von 29°C, sowie einer relativen Luftfeuchtigkeit von 75 % beträgt die Lebenserwartung der adulten Kornkäfer nur sechs Monate. Bei etwa 10°C verlängert sich die Lebensdauer auf bis zu zweieinhalb Jahre.

 

Kornkäfer - Schadwirkung

Der Kornkäfer befällt verschiedene Getreidearten wie Weizen, Roggen, Hafer, Gerste oder Mais. Unter Laborbedingungen konnten sich Kornkäfer aber auch auf Eicheln und Kastanien entwickeln (Delobel & Grenier, 1993). Bei einer Temperatur von 27,5°C und einer relativen Luftfeuchtigkeit von 75 % dauerte der komplette Entwicklungszyklus auf Kastanien durchschnittlich 36 Tage und auf Eicheln 40 Tage. Theoretisch wären pro Jahr von einem einzigen Weibchen 250.000 Nachkommen möglich, was dem Verlust von etwa sechs kg Getreide entspricht. Zusätzlich zu den Fraßschäden durch Sitophilus granarius entstehen Verluste, wenn Getreide sekundär von Schimmelpilzen und Milben befallen wird.

 

Kornkäfer - Bekämpfung

Die Bekämpfung von Larven und Puppen von Sitophilus granarius ist schwierig, da sie im geschlossenen Korn gegen Kontaktgifte geschützt sind. Um den Kornkäfer zu bekämpfen können befallene Lebensmittel in gasdichten Containern mit Stickstoff, Kohlendioxid und Phosphorwasserstoff begast werden. Allerdings müssen vor allem die inerten Gase Stickstoff (N2) und Kohlendioxid (CO2) lange einwirken um zu einem Bekämpfungserfolg zu führen. Besondere Probleme bereitet die Bekämpfung der atmungsinaktiven Puppen von Sitophilus granarius. Vor allem bei niedrigen Temperaturen nehmen sie kaum noch Sauerstoff – und damit auch Gift – auf. Daher überleben sie Bedingungen, die für die anderen Entwicklungsstadien des Kornkäfers bereits tödlich wären. Zur biologischen Bekämpfung von Sitophilus granarius steht die Schlupfwespenart Lariophagus distinguendus zur Verfügung (Steidle, 1998). Laborversuche belegen, dass der Kornkäfer auch durch den Einsatz von Diatomeenerde bekämpft werden kann (Cook & Armitage, 2000).

 

Weitere Informationen zu Erkennen, Vorkommen, Lebensweise, Schadwirkung und Bekämpfung von Sitophilus granarius (Kornkäfer).

 

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