Institut für Schädlingskunde

Lilienhähnchen bekämpfen



Hier erfahren Sie alles Wissenswerte über Aussehen, Verbreitung, Verhalten, Schadpotenzial und Bekämpfen von Lilioceris lilii (Lilienhähnchen)



Wissenschaftliche Bezeichnung: Lilioceris lilii (SCOPOLI, 1763)

 

Lilienhähnchen - Aussehen: Lilienhähnchen erreichen eine Körperlänge von 6 bis 8 mm. Halsschild und Flügeldecken sind rot, Kopf, Fühler, Beine und die Körperunterseite sind schwarz gefärbt. Ihren deutschen Namen verdanken Lilienhähnchen der Tatsache, dass Lilien zu ihren Futterpflanzen gehören. Die Bezeichnung „Hähnchen“ leitet sich von den zirpenden Geräuschen ab die die Käfer von sich geben, wenn man sie in die Hand nimmt. Direkt nach der Eiablage sind die Eier von Lilioceris lilii rötlich gefärbt. Später nehmen sie eine bräunliche Farbe an. Die Larven sind zuerst gelblich gefärbt und nehmen mit zunehmendem Alter eine orange-rote Färbung an. Normalerweise ist die Körperfärbung der Larven aber unter einer schleimigen Schicht von bräunlichem Kot verborgen, mit der sich die Larven der Lilienhähnchen tarnen.

 

   
Abb. 1: Lilienhähnchen (Lilioceris lilii) fallen durch ihre knallroten Flügeldecken auf
  Abb. 2: Kopf, Extremitäten und Körperunterseite sind bei Lilienhähnchen (Lilioceris lilii) schwarz gefärbt  

 

 

Lilienhähnchen - Verbreitung und Verhalten: Lilioceris lilii ist ursprünglich wohl eine eurasische Blattkäferart. Inzwischen leben diese Käfer aber zum Beispiel auch in Nordamerika, wohin sie vermutlich mit befallenen Lilien eingeführt wurden. Die erwachsenen Lilienhähnchen überwintern im Boden und erscheinen meist im April wieder an ihren Futterpflanzen um dort zu fressen und um sich zu paaren. Bereits wenige Tage nach der Paarung beginnen die Weibchen mit der Eiablage. Bis zu 300 Eier kann ein Weibchen von Lilioceris lilii insgesamt ablegen. Die Eientwicklung dauert bis zu 2 Wochen und die Larvalentwicklung ist nach rund einem Monat abgeschlossen. Die verpuppungsreifen Larven ziehen sich zur Verpuppung in die Streuschicht zurück. Die Puppenruhe dauert rund 3 Wochen. Die frisch geschlüpften Käfer erscheinen dann wieder an der Erdoberfläche und suchen sogleich ihre Futterpflanzen auf um daran zu fressen. Zur Überwinterung ziehen sich die Käfer dann wieder in den Boden zurück. Bei ausreichend hohen Durchschnittstemperaturen können pro Jahr 2 bis 3 Käfergenerationen entstehen. Larven und Käfer von Lilioceris lilii fressen an Liliengewächsen (Liliaceae) wie weißen Lilien, Feuerlilien, Türkenbundlilien oder Kaiserkronen.

 

 

Lilienhähnchen - Schadpotenzial: Lilienhähnchen treten als Pflanzenschädlinge regelmäßig in Gartenbaubetrieben und Privatgärten auf. Hier befallen sie vor allem verschiedene Lilienarten und Kaiserkronen. Werden die Schädlinge nicht bekämpft, so können sie die befallenen Pflanzen komplett kahl fressen.

 

 

Lilienhähnchen - Bekämpfen: Um Lilienhähnchen zu bekämpfen können Pflanzenschutzmittel mit den Wirkstoffen Acetamiprid und Thiacloprid eingesetzt werden. Liegt nur ein geringer Befall vor, so reicht es eventuell auch aus befallene Lilien täglich nach den Schädlingen abzusuchen. Die Eier von Lilioceris lilii können dabei zerdrückt werden. Die gut getarnten Larven, sowie die Käfer müssen abgesammelt werden.

 

   
Abb. 3: Die Larven des Lilienhähnchens (Lilioceris lilii) richten an Lilien und Kaiserkronen beträchtliche Fraßschäden an
  Abb. 4: Lilienhähnchen (Lilioceris lilii) kommen häufig in Gärtnereien und Privatgärten vor  

 

Noch mehr Informationen zu Aussehen, Verbreitung, Verhalten, Schadpotenzial und Bekämpfen von Lilioceris lilii (Lilienhähnchen)

 

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