Institut für Schädlingskunde

Mehlmotten bekämpfen


Wissenschaftlicher Artname der Mehlmotte: Ephestia kuehniella, ZELLER (1879)

 

Wie sehen Mehlmotten aus? Die Falter der Mehlmotte erreichen eine Länge von 14 und eine Flügelspannweite von 22 mm. Die Vorderflügel sind blau- bis silbriggrau gefärbt und weisen neben zwei zickzackförmigen Querbinden auch eine Reihe dunkler Punkte am Flügelsaum auf. Die Hinterflügel sind bei Mehlmotten viel breiter als die Vorderflügel und zeigen auf hellem Grund ein gelbbraunes Netzmuster. Seitlich und hinten weisen sie einen silbrigen Fransensaum auf. In Ruhestellung legt der Falter seine Vorderflügel dachartig über die Hinterflügel. Die Fühler sind etwa halb so lang wie der Körper und zeigen meist in Richtung des Hinterleibendes.

 

   
Abb. 1: Die Mehlmotte (Ephestia kuehniella) ist weltweit einer der bedeutendsten Vorratsschädlinge   Abb. 2: Larve der Mehlmotte (Ephestia kuehniella)  

 

 

   
Abb. 3: Puppe der Mehlmotte (Ephestia kuehniella)   Abb. 4: Die Tropische Speichermotte (Ephestia cautella) gehört wie die Mehlmotte in die Gattung Ephestia  

 

 

Wo leben Mehlmotten? Man nimmt an, dass die Mehlmotte ursprünglich aus Mittelamerika stammt. Mittlerweile hat sich Ephestia kuehniella durch den Getreidehandel weltweit verbreitet. Das Weibchen kann bis zu 500 Eier am Nahrungssubstrat ablegen. Die Gesamtentwicklungsdauer vom Ei bis zum Falter beträgt bei einer Temperatur von 20°C ungefähr 2 Monate. Unter mitteleuropäischen Verhältnissen können sich somit pro Jahr 2 bis 3 Generationen entwickeln. Kurz vor der Verpuppung wandern die Larven umher und suchen nach einem geeigneten, dunklen Verpuppungsort. Die Metamorphose zum Falter vollzieht sich dann in einem dicht gesponnenen Kokon.

 

Welche Schäden können Mehlmotten anrichten? Die Mehlmotte richtet v. a. in Mühlen große Schäden an und befällt Körner aller Getreidesorten wie z. B. Weizen, Roggen, Hafer, Gerste, Mais, Reis oder Hirse. Die Larven produzieren vom Schlupf bis zur Verpuppung einen feinen Spinnfaden, mit dem die befallene Ware verklebt wird. Besonders in Getreide können großflächige Gespinste entstehen, die die Bildung von Kondenswasser fördern. An solchen Stellen kommt es sekundär zu Pilzwachstum und dem verstärkten Auftreten von Milben. In Mühlenbetrieben verursachen die Larven von Ephestia kuehniella noch weitere Schäden, indem sie Gazesiebe zerfressen und mit ihren Gespinsten Förderleitungen verstopfen.

 

 

Wie kann man Mehlmotten bekämpfen? In Lebensmittellagern kann zur Bekämpfung von Mehlmotten das Kontaktinsektizid Dichlorvos eingesetzt werden. Ziel der Bekämpfungsmaßnahmen sind herumfliegende Falter und die auf der Oberfläche des Lagerguts abgelegten Eier. Sog. Insektenstrips geben den Wirkstoff über einen Zeitraum von mehreren Wochen hinweg an die Raumluft ab. In Mühlen und anderen Großbetrieben werden Silos und andere Anlagenteile mit Phosphorwasserstoff behandelt um einen Befall mit Mehlmotten zu beseitigen. Weitere Informationen zur Bekämpfung von Mehlmotten finden Sie auf unserer Extraseite Motten bekämpfen.

 

Hier erfahren Sie noch mehr Wissenswertes über Mehlmotten (Ephestia kuehniella).

 

 

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© Martin Felke - Institut für Schädlingskunde