Institut für Schädlingskunde

 

 

Moderkäfer (Latridius minutus)

 

Hier erfahren Sie alles über Erkennen, Vorkommen, Lebensweise, Schadwirkung und Bekämpfung von Latridius minutus (Moderkäfer).

 

Wissenschaftlicher Artname des Moderkäfers: Latridius minutus (LINNAEUS, 1767)

 

Moderkäfer - Erkennen

Der sehr kleine Moderkäfer, erreicht lediglich eine Körperlänge von 1,2 bis 2,4 Millimetern. Die meisten Individuen von Latridius minutus weisen braune bis schwarze Farbtöne auf. Halsschild und Flügeldecken sind häufig rostrot gefärbt. Der Halsschild ist beim Moderkäfer deutlich schmäler als die Flügeldecken. Er weist zahlreiche Runzeln auf und ist mehr oder weniger quadratisch, wobei die Vorderecken in Richtung des Kopfes vorgezogen sind. Der Kopf von Latridius minutus ist hinter den Augen halsartig eingeschnürt und die Antennen enden in einer 3-gliedrigen Fühlerkeule.

 

Moderkäfer (Latridius minutus)

Abb. 1: Moderkäfer (Latridius minutus) benötigen zur Entwicklung eine hohe Luftfeuchtigkeit

Moderkäfer (Latridius minutus)

Abb. 2: Der Halsschild des Moderkäfers (Latridius minutus) ist mehr oder weniger quadratisch geformt

Schimmelkäfer (Cryptophagus)

Abb. 3: Schimmelkäfer (Cryptophagus spp.) treten oft gemeinasm mit Moderkäfern (Latridius minutus) auf

 

 

Moderkäfer - Vorkommen und Lebensweise

Der Moderkäfer ist eine einheimische Art. Im Freiland leben die Käfer unter anderem unter lockerer Rinde, wo sie sich von Pilzhyphen und Pilzsporen ernähren. Der gesamte Entwicklungszyklus beträgt bei Latridius minutus rund einen Monat.

 

Moderkäfer - Schadwirkung

Moderkäfer treten häufig massenhaft an verschimmelten pflanzlichen Vorräten auf. Frickhinger (1938) berichtet beispielsweise davon, dass Latridius minutus in alten Bauernhäusern regelmäßig auf Speichern und in Vorratskammern anzutreffen. Hier lebt die Art an dort gelagertem Mehl und Getreide. Auch in feuchten Räumen findet man den Moderkäfer häufig (Frickhinger, 1939). In erster Linie ernähren sich Käfer und Larven von Latridius minutus von Schimmelpilzen, die zum Beispiel an feuchten Tapeten oder auf verschimmelten Nahrungsmitteln wachsen. Moderkäfer sind somit keine echten Vorratsschädlinge, sondern eher Anzeiger für eine zu hohe Luftfeuchtigkeit und unzureichende Lagerbedingungen.

 

Moderkäfer - Bekämpfung

Um einem Befall mit Moderkäfern vorzubeugen, muss darauf geachtet werden, dass sich an gelagerten Vorräten keine Schimmelpilze bilden können. Dies bedeutet in Lagerräumen beispielsweise, dass die relative Luftfeuchtigkeit im Raum, sowie innerhalb des Lagergutes einen Wert von 65 % nicht überschreiten darf. Ist es möglich für ausreichend trockene Bedingungen zu sorgen, so wird Latridius minutus meist von allein abwandern oder aber absterben. Wird es nötig den Moderkäfer direkt zu bekämpfen, so können in Vorratslagern die gasförmigen Insektizide Stickstoff, Kohlendioxid und Phosphorwasserstoff eingesetzt werden.

 

Weitere Informationen zu Erkennen, Vorkommen, Lebensweise, Schadwirkung und Bekämpfung von Latridius minutus (Moderkäfer).

 

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