Institut für Schädlingskunde

 

 

Nordamerikanischer Splintholzkäfer

Wissenschaftlicher Artname des Nordamerikanischen Splintholzkäfers: Lyctus planicollis LE CONTE (1858)

 

Wie sieht der Nordamerikanische Splintholzkäfer aus? Die lang gestreckten, zylindrischen Käfer erreichen eine Körperlänge von 2,5 bis 5,5 mm. Kleinere Exemplare sind hellbraun, größere dagegen eher schwarzbraun gefärbt. Die beiden Endglieder der 11-gliedrigen Antenne sind vergrößert und bilden eine deutlich abgesetzte Fühlerkeule. Auf den Flügeldecken von Lyctus planicollis befinden sich längs verlaufende Linien, die aus zahlreichen feinen, leicht länglichen Punkten bestehen.

 

   
Abb. 1: Der Nordamerikanische Splintholzkäfer (Lyctus planicollis) kommt mittlerweile auch in Europa vor   Abb. 2: Ausfluglöcher des Nordamerikanischen Splintholzkäfers (Lyctus planicollis)  

 

   
Abb. 3: Ventralansicht des Nordamerikanischen Splintholzkäfers (Lyctus planicollis)   Abb. 4: Lateralansicht des Nordamerikanischen Splintholzkäfers (Lyctus planicollis)  

Wo lebt der Nordamerikanische Splintholzkäfer? Lyctus planicollis stammt ursprünglich aus Nordamerika, ist aber mittlerweile auch in Mitteleuropa heimisch. Der Entwicklungszyklus dauert i. d. R. ein Jahr. Der Nordamerikanische Splintholzkäfer überwintert im Larvalstadium, so dass die Imagines typischerweise im Frühsommer erscheinen. Die Paarung erfolgt sehr bald nach dem Schlupf. Begattete Weibchen legen über einen Zeitraum von einer Woche zwischen 15 und 50 Eier in kleinen Rissen und Ritzen von unbehandeltem Holz ab. Zur Entwicklung benötigen die Larven Holz, dessen Substratfeuchte zwischen 6 und 30 % liegt. Der Stärkegehalt muss mindestens 3 % betragen. Die Larven ernähren sich ausschließlich vom Stärkeanteil des Holzes. Der frisch geschlüpfte Käfer frisst sich durch das Holz nach außen und hinterlässt dabei ein rundes Ausflugloch, das einen Durchmesser von 0,8 bis 1,5 mm aufweist.

 

Welche Schäden richtet der Nordamerikanische Splintholzkäfer an? Der Nordamerikanische Splintholzkäfer bevorzugt relativ frisches Holz. Nur selten wird Holz befallen, das älter als 5 Jahre ist. Neben verschiedenen Laubgehölzen wie Esche, Ahorn, Eiche, oder Mahagoni entwickeln sich die Larven auch in Bambus. Sehr häufig wird Holz befallen, das in Sägewerken gelagert wird. Regelmäßig findet man die Tiere aber auch in Holzfußböden, Bauholz, Sperrholz, Holzkisten, Möbeln, Holzgriffen von Werkzeugen, Holzleitern, Bilderrahmen, Körben und zahlreichen anderen Holzgegenständen. Die Verbreitung von Lyctus planicollis erfolgt mit befallener Ware.

 

Wie kann man den Nordamerikanischen Splintholzkäfer vernichten?: Käferlarven, die sich im Dachgebälk eingenistet haben, können entweder durch eine Heißluftbehandlung oder mit Hilfe von Kontaktinsektiziden bzw. durch eine Begasung abgetötet werden. Bei einer Heißluft-Behandlung wird das Holz von warmer Luft mit einer Temperatur von 105 bis 120°C umspült. Um den Bekämpfungserfolg sicher zu stellen muss im Holzkern für mindestens 1 Stunde eine Temperatur von 55°C erreicht werden. Kontaktinsektizide wie z. B. Flüssigborpräparate oder Chlorpyrifos werden im Sprühverfahren oder Bohrlochtränkverfahren appliziert. Kleinere Holzgegenstände können auch für mehrere Tage bei tiefen Temperaturen gelagert werden, um die darin lebenden Entwicklungsstadien des Nordamerikanischen Splintholzkäfers abzutöten. Sollten die genannten Bekämpfungsmethoden nicht durchführbar sein, so müssen die befallenen Holzteile (z. B. Parkett) ausgetauscht werden.

 

Hier erfahren Sie noch mehr Wissenswertes über Nordamerikanische Splintholzkäfer (Lyctus planicollis).

 

 

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© Martin Felke - Institut für Schädlingskunde