Institut für Schädlingskunde

Gefurchte Dickmaulrüsselkäfer bekämpfen



Hier erfahren Sie alles Wissenswerte über Aussehen, Verbreitung, Verhalten, Schadpotenzial und Bekämpfen von Otiorhynchus sulcatus (Gefurchter Dickmaulrüsselkäfer)



Wissenschaftliche Bezeichnung: Otiorhynchus sulcatus (FABRICIUS, 1775)

 

Gefurchter Dickmaulrüsselkäfer - Aussehen: Der Gefurchte Dickmaulrüsselkäfer ist ein länglich-ovaler Käfer, der eine Größe von maximal 13 mm erreicht. Die Käfer sind überwiegend dunkelgrau bis schwarz gefärbt. Lediglich auf den Flügeldecken finden sich kleine Gruppen von kurzen, gelblichen Haaren. Namensgebend für die Art ist der rüsselförmig verlängerte Kopf, der bei Otiorhynchus sulcatus breiter ist als bei dem nah verwandten Erdbeerwurzelrüsselkäfer (Otiorhynchus ovatus). Außerdem weist dieser „Rüssel“ beim Gefurchten Dickmaulrüsselkäfer auf der Oberseite eine tiefe Längsfurche auf. Die im Boden lebenden Larven von Otiorhynchus sulcatus sind weißlich gefärbt und haben eine braune Kopfkapsel. Von ihrer Gestalt her erinnern sie an Engerlinge.

 

   
Abb. 1: Gefurchter Dickmaulrüsselkäfer (Otiorhynchus sulcatus) - Lateralansicht
  Abb. 2: Gefurchter Dickmaulrüsselkäfer (Otiorhynchus sulcatus) - Dorsalansicht  

 

 

Gefurchter Dickmaulrüsselkäfer - Verbreitung und Verhalten: Der kosmopolitisch vorkommende Gefurchte Dickmaulrüsselkäfer pflanzt sich in unseren Breiten durch Jungfernzeugung fort – es gibt also keine männlichen Käfer. Die nicht flugfähigen Käfer sind nachtaktiv und verbergen sich tagsüber unter Laub oder ähnlichen Verstecken. Ein einzelnes Weibchen kann im Laufe seines bis zu zweijährigen Lebens über 1.000 Eier ablegen. Die Eiablage erfolgt meist in den Monaten Juli bis Oktober. Die Larven schlüpfen kurze Zeit nach der Eiablage und beginnen sofort damit an den Wurzeln ihrer jeweiligen Futterpflanze zu fressen. Otiorhynchus sulcatus überwintert im Larvalstadium. Im folgenden Frühjahr verpuppen sich die Larven in der Erde. Die Jungkäfer schlüpfen dann Ende Mai/Anfang Juni. Im Freiland entsteht lediglich eine Generation pro Jahr. In Gewächshäusern gibt es dagegen keine Winterruhe und es werden über das ganze Jahr hinweg Eier abgelegt. Der Gefurchte Dickmaulrüsselkäfer ist ein Pflanzenschädling, der Nadelgehölze, Laubgehölze und krautige Pflanzen befällt. Während die Käfer an den oberirdischen Pflanzenteilen fressen, ernähren sich die unterirdisch lebenden Larven von den Wurzeln der Pflanzen.

 

 

Gefurchter Dickmaulrüsselkäfer - Schadpotenzial: Der Gefurchte Dickmaulrüsselkäfer ist ein weit verbreiteter Pflanzenschädling, der eine Vielzahl von Zierpflanzen und Nutzpflanzen befallen kann. Die im Boden lebenden Larven dieser Rüsselkäferart fressen die Wurzeln der befallenen Pflanzen und bringen diese somit zum Absterben. Mit befallenen Topf- und Kübelpflanzen werden die Schädlinge von Gärtnereien und Baumschulen verbreitet. Große Schäden richtet Otiorhynchus sulcatus zum Beispiel an Erdbeeren, Rhododendren, Azaleen oder Alpenveilchen an. Besonders häufig tritt der Gefurchte Dickmaulrüsselkäfer in torfhaltigem Boden auf. Regelmäßig findet man die Dickmaulrüsselkäferlarven in Balkonkästen, Moorbeeten oder Dachgärten. Die Käfer selbst fressen an einer Vielzahl von Futterpflanzen die oberirdischen Pflanzenteile (Blätter, Nadeln und Triebe) an. An Blättern hinterlassen sie typische Fraßbilder, den sog. Buchtenfraß.

 

 

Gefurchter Dickmaulrüsselkäfer - Bekämpfen: Käfer und Larven des Gefurchten Dickmaulrüsselkäfers können mit Nematoden bekämpft werden. Nematoden oder Fadenwürmer sind mikroskopisch kleine, durchsichtige Würmer, die in feuchten Lebensräumen vorkommen. Zur Bekämpfung des Gefurchten Dickmaulrüsselkäfers lassen sich die Nematodenarten Steinernema kraussei, Heterorhabditis bacteriophora und Steinernema carpocapsae einsetzen. Alle drei Arten können bei verschiedenen Anbietern von Pflanzenschutzprodukten bequem per Post bestellt werden. Steinernema kraussei und Heterorhabditis bacteriophora werden gegen die Larven von Otiorhynchus sulcatus eingesetzt. Die Nematoden werden einfach dem Gießwasser beigefügt und gelangen so in den Boden, wo sie die Larven des Schädlings parasitieren und schließlich abtöten. Nematoden können zur Bekämpfung des Gefurchten Dickmaulrüsselkäfers sowohl im Freiland als auch im Gewächshaus eingesetzt werden. Alle drei aufgeführten Nematodenarten kommen natürlicherweise bei uns im Boden vor. Für Menschen, Haustiere oder die Pflanzen selbst stellen die Nematoden keine Gefahr dar.

 

   
Abb. 3: Der nachtaktive Gefurchte Dickmaulrüsselkäfer (Otiorhynchus sulcatus) verrät seine Anwesenheit durch die typischen Fraßspuren der Käfer, den sog. Buchtenfraß
  Abb. 4: Erdbeerwurzelrüssler (Otiorhynchus ovatus) vermehren sich wie Gefurchte Dickmaulrüsselkäfer (Otiorhynchus sulcatus) parthenogenetisch - alle Käfer sind somit Weibchen  

 

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