Innerhalb der Ordnung der Hautflügler (Hymenoptera) gehört die Rasenameise in die Familie Formicidae (Ameisen) und hier wiederum in die Unterfamilie Myrmicinae (Knotenameisen). Bei den Knotenameisen besteht der Hinterleibsstiel aus zwei Gliedern, die als Petiolus und Postpetiolus bezeichnet werden. Wie alle Knotenameisen besitzen auch die Arbeiterinnen und Weibchen der Rasenameise einen Wehrstachel, da sich dieser morphologisch von dem bei vielen Hymenopterengruppen noch vorhandenen, weiblichen Legebohrer ableiten lässt. Die braun bis dunkelbraun gefärbten Arbeiterinnen der Rasenameise bleiben mit einer Körperlänge von zwei bis 3,5 Millimeter recht klein. Männchen und Weibchen von Tetramorium caespitum sind dunkler gefärbt und werden deutlich größer. Die Männchen erreichen eine Körpergröße von 5,5 bis sieben Millimeter, während die Weibchen der Rasenameise sechs bis 8,1 Millimeter groß werden können.
Die Rasenameise ist in ganz Deutschland verbreitet, wobei sie vor allem planar bis collin an trocken-warmen Standorten vorkommt. Oberhalb von 500 m ü NN wird sie von der recht ähnlichen Art Tetramorium impurum abgelöst. Die Rasenameise dominiert dagegen auf Sandböden im Tiefland und besiedelt offene, xerotherme Lebensräume aller Art. Auch in menschlichen Siedlungen kommt die Rasenameise häufig vor. Die Völker von Tetramorium caespitum können bis zu 80.000 Arbeiterinnen umfassen und sind vermutlich monogyn. Dies bedeutet, dass die recht volkreichen Kolonien der Rasenameise nur eine einzige Königin enthalten. Die recht großen Erdnester sind oft mit einer Kuppel versehen und werden an trockenen und sandigen Stellen angelegt. Häufig sind die Kolonien der Rasenameise entlang von Wegrändern zu finden. Intraspezifisch verhält sich die Rasenameise sehr aggressiv und territorial. Die Ernährung von Tetramorium caespitum ist hauptsächlich granivor, das heißt es wird ein breites Spektrum von Pflanzensamen in das Nest eingetragen, verarbeitet und auch an Geschlechtstierlarven verfüttert. Zusätzlich ernähren sich Rasenameisen trophobiotisch von den Ausscheidungen unterirdisch lebender Pflanzensaftsauger. Auch Zoophagie, also die Aufnahme tierischer Beuteorganismen – hauptsächlich andere Insekten – kommt vor, wobei die Rasenameise vor allem als Aasfresser gilt. Die aktive Jagd auf Beuteorganismen kann demgegenüber seltener beobachtet werden. Männchen und Weibchen von Tetramorium caespitum verlassen das Nest zwischen Anfang Juni und Anfang August zum Schwarmflug. Anschließend suchen sich die begatteten Jungweibchen von Tetramorium caespitum einen geeigneten Platz zur Gründung einer neuen Kolonie.
Obwohl Rasenameisen im menschlichen Siedlungsbereich durchaus häufig sind, nisten sie für gewöhnlich nicht im Haus. Allerdings dringen die Arbeiterinnen von Tetramorium caespitum auf der Nahrungssuche gelegentlich in Wohnungen ein. Falls auf diesen Streifzügen eine ergiebige Nahrungsquelle ausfindig gemacht wird, kann recht schnell eine dicht belaufene Ameisenstraße zwischen Nest und Futterquelle entstehen. Im Garten kann die Rasenameise unangenehm auffallen, wenn sie Terrassen oder gepflasterte Wege unterhöhlt und feinen Sand an die Erdoberfläche transportiert.
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Rasenameisen lassen sich mit Fraßködern bekämpfen, die nach dem Prinzip "Anlocken - Bekämpfen" arbeiten. Der Einsatz von speziellen Köderdosen verhindert, dass Haustiere wie Hunde oder Katzen, oder auch Wildtiere die Mittel aufnehmen können. Außerdem können Kontaktinsektizide eingesetzt werden, die zum Beispiel den Wirkstoff Pyrethrum enthalten. Da Kontaktinsektizide auch für den Menschen giftig sind, sollte man beim Ausbringen derartiger Präparate nicht essen oder trinken und sich anschließend gründlich die Hände waschen. Lediglich repellierend auf die Arbeiterinnen der Rasenameise wirkt eine Reihe von Präparaten, die ätherische Öle enthalten.
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