Es handelt sich bei der Roßameise um die größte einheimische Ameisenart. Die Arbeiterinnen werden über einen Zentimeter groß. Während Kopf und Hinterleib der Roßameise schwarz gefärbt sind, erscheint der mittlere Körperabschnitt rötlich (s. Abb. 1). Camponotus ligniperda gehört in die Unterfamilie Formicinae (Schuppenameisen). Zwischen dem mittleren Körperabschnitt (Mesosoma) und dem Hinterleib (Gaster) befindet sich lediglich ein Stielchenglied, das von der Form her an eine Schuppe erinnert.
Die Roßameise kommt in ganz Deutschland vor und ist von der Ebene bis in die Mittelgebirge hinein verbreitet. In höher gelegenen Gebieten wird sie von Camponotus herculeanus abgelöst, einer Art, die nicht ganz so Wärme liebend ist wie die Roßameise. Das Habitatspektrum von Camponotus ligniperda beinhaltet temperierte Laubwälder, Laub-Nadel-Mischwälder, Trocken- und Halbtrockenrasen mit Buschwerk, sowie Feldraine in der Kulturlandschaft. Die Roßameisen-Kolonien können sowohl nur ein einzelnes, als auch mehrere Weibchen enthalten. Im letztgenannten Fall sind die einzelnen Weibchen innerhalb der zum Teil recht weitläufigen Nester räumlich separiert. Die Nester von Camponotus ligniperda entstehen durch das Aushöhlen von totem und morschem Holz und besitzen zudem einen meist recht großen, unterirdischen Anteil. Falls keine starken Stämme im Habitat vorhanden sind, können auch reine Bodennester angelegt werden. Die Arbeiterinnen nehmen Honigtau auf, erbeuten andere Insekten und lecken Pflanzensäfte auf. Die Roßameise ist sowohl tag- als auch nachtaktiv, äußerst wehrhaft und aggressiv. Die geflügelten Geschlechtstiere von Camponotus ligniperda schwärmen Anfang Mai bis Ende Juni zwischen fünf und zwei Stunden vor Sonnenuntergang bei Außentemperaturen von 21 bis 27°C.
Roßameisen können Probleme bereiten, indem sie morsche und intakte Balken in Gebäuden ausnagen um hier ihre Nester anzulegen. Zwar besitzen Roßameisen keinen Giftstachel, die Arbeiterinnen können aber aufgrund ihrer Größe und Aggressivität recht unangenehm zubeißen. Aus dem Freiland ist bekannt, dass die Nestareale bei Camponotus ligniperda mehr als 100 Quadratmeter, sowie mehrere Bäume umfassen können, die durch unterirdische Verkehrswege miteinander verbunden sind. Eine Bekämpfung wird zusätzlich durch die spezielle Sozialstruktur (mehrere Königinnen) erschwert. Erst wenn sämtliche Kolonieteile mit den darin lebenden Königinnen vernichtet wurden, kann eine Bekämpfungsmaßnahme als dauerhaft erfolgreich angesehen werden. Die Roßameise gilt, wie die anderen Holzzerstörenden Ameisenarten auch, als Materialschädling.
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Durch das Aushöhlen von tragenden Holzelementen in Gebäuden kann die Roßameise unter Umständen große Schäden anrichten. Unabhängig von der Bekämpfung empfiehlt sich bei einem Befall durch Camponotus ligniperda daher die Einschaltung eines Bausachverständigen. Die Bekämpfung von Kolonien der Roßameise, die sich im Haus angesiedelt haben ist meist recht schwierig. Außerhalb des Nestes trifft man in der Regel nur die Arbeiterinnen von Camponotus ligniperda an. Die Bekämpfung dieser Außendiensttiere macht allerdings nur wenig Sinn, da der Verlust von vergleichsweise wenigen Individuen in den großen Kolonien der Roßameise kaum ins Gewicht fällt. Das eigentliche Ziel von Bekämpfungsaktionen sollte daher sein die Königin(nen) zu beseitigen, da nur dann das Camponotus ligniperda-Volk aussterben wird. Meist halten sich die Königinnen der Roßameise in den am besten geschützten - und damit auch unzugänglichsten Nestteilen auf. Dies erschwert eine Bekämpfung mit Kontaktinsektiziden, besonders wenn es sich um große, weit verzweigte Nester handelt. Eine Bekämpfung mit Fraßködern bringt meist nicht den gewünschten Erfolg, da die Arbeiterinnen der Roßameise in der Regel mehrere Futterquellen nutzen und so nur ein Teil der Tiere den Fraßköder überhaupt aufnimmt.
Um Camponotus ligniperda-Kolonien zu bekämpfen sollten folgende allgemeine Empfehlungen berücksichtigt werden:
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