Institut für Schädlingskunde

Tapetenmotten bekämpfen

 

Wissenschaftlicher Artname der Tapetenmotte: Trichophaga tapetzella (LINNAEUS, 1758)

 

Wie sehen Tapetenmotten aus? Innerhalb der Ordnung der Schmetterlinge (Lepidoptera) wird die Tapetenmotte der Familie Tineidae (Motten) zugeordnet. Die Falter werden zum Teil wesentlich größer als die Imagines der Kleidermotte (Tineola bisselliella) und erreichen eine Flügelspannweite von 12 bis 24 mm. Das basale Drittel des Vorderflügels ist schwarzbraun gefärbt. Der Rest des Vorderflügels ist dagegen von schmutzig-weißer Färbung und wird zur Flügelspitze hin etwas dunkler. Die Hinterflügel sind deutlich kleiner als die Vorderflügel und werden in Ruhestellung von diesen bedeckt. Die Hinterflügel der Tapetenmotten sind einheitlich grau gefärbt und weisen an ihrem Hinterrand lange Fransen auf. Die weißlich gefärbten Larven von Trichophaga tapetzella haben einen gelblichen Kopf und zeigen auf dem Rücken einen grauen Längsstreifen. Das letzte Larvalstadium kann eine Länge von bis zu 13 mm erreichen.

 

 
Abb. 1: Die Tapetenmotte (Trichophaga tapetzella) gehört wie die hier abgebildete Kleidermotte (Tineola bisselliella) zu den Materialschädlingen  

 

 

Wo leben Tapetenmotten? Die Tapetenmotte ist eine einheimische Art. Die Imagines - also die Falter - sind von April bis Juni aktiv und paaren sich in der Regel direkt nach dem Schlupf. Anschließend legt das Weibchen 60 bis 100 Eier in das Brutsubstrat der Larven, die sich im Verlauf des Sommers entwickeln. In Mitteleuropa entstehen pro Jahr ein bis zwei Generationen. Die Tapetenmotten-Larven durchziehen ihr Nahrungssubstrat, wie zum Beispiel Tierhäute, mit einem Netz aus Fraßhöhlen oder Gespinströhren. Zu ihrer Entwicklung sind sie auf recht feuchte Bedingungen angewiesen. Trockene Luft, wie sie üblicherweise in Gebäuden mit Zentralheizung herrscht, führt dagegen häufig zu einem Absterben der Larven. Aus diesem Grund findet man Trichophaga tapetzella auch eher außerhalb von Wohngebäuden, wie zum Beispiel in Reitställen. Häufig leben die Larven der Tapetenmotte auch in den Nestern von Straßentauben oder Hausspatzen. Die Verpuppung erfolgt in einem von der Larve hergestellten Kokon.

 

 

Welche Schäden können Tapetenmotten anrichten? Die Larven von Trichophaga tapetzella ernähren sich von dem unter anderem in Haaren und Federn vorkommenden Protein Keratin und können daher Fraßschäden an Wolltextilien, Pelzen, Teppichen, Häuten und anderen keratinhaltigen Produkten verursachen. Wandteppiche werden besonders häufig von Tapetenmotten befallen wenn die Wände, an denen sie aufgehängt wurden, feucht sind. Zusätzliche Schäden entstehen an den befallenen Produkten durch die Gänge, die die Larven in oder auf ihrem Brutsubstrat anlegen.

 

 

Wie kann man Tapetenmotten bekämpfen? Zur Bekämpfung von Tapetenmotten können Kontaktinsektizide wie Pyrethrum oder die davon abgeleiteten synthetischen Pyrethroide eingesetzt werden, die direkt auf die Aufenthaltsorte der Larven und Falter ausgebracht werden müssen. Weitere Informationen zur Bekämpfung von Tapetenmotten finden Sie auf unserer Extraseite Motten bekämpfen.

 

Hier erfahren Sie noch mehr Wissenswertes über Tapetenmotten (Trichophaga tapetzella).

 

 

Informationen zu Hausungeziefer, Vorratsschädlingen, Hygieneschädlingen, Lästlingen und Pflanzenschädlingen

 

© Martin Felke - Institut für Schädlingskunde