Institut für Schädlingskunde

Variabler Schönbock

 

Hier erfahren Sie alles Wissenswerte über Aussehen, Verbreitung, Verhalten, Schadpotenzial und Bekämpfen des Variablen Schönbocks (Phymatodes testaceus)

 

Wissenschaftliche Bezeichnung des Variablen Schönbocks: Phymatodes testaceus (Linnaeus, 1758)

 

Variabler Schönbock - Aussehen: Die Käfer werden 6 – 17 mm lang und haben einen länglichen Körperbau. Die Fühler sind bei den männlichen Individuen ungefähr Körperlang, bei den Weibchen von Phymatodes testaceus bleiben sie etwas kürzer. An allen Beinen ist der Femur (Oberschenkel) deutlich verdickt. Die Färbung des Variablen Schönbocks ist, wie der Name schon andeutet, äußerst variabel. Häufig findet man Individuen mit grünlichen oder bläulichen Elytren. Aber es gibt auch Exemplare mit gelblichen, bräunlichen oder sogar schwarzen Flügeldecken. Kurz vor der Verpuppung erreichen die Larven des Variablen Schönbocks eine Länge von 15-18 mm. Bis auf die dunklen Mandibeln sind die Larven komplett weißlich gefärbt. Es sind vom Habitus her typische Bockkäferlarven, die auf den ersten Blick leicht mit der Larve des Hausbockkäfers (Hylotrupes bajulus) verwechselt werden können.

 

   
Abb. 1: Die Schenkel sind beim Variablen Schönbock (Phymatodes testaceus) wie bei allen Cerambyciden verdickt
  Abb. 2: Der Variable Schönbock (Phymatodes testaceus) ist in ganz Europa verbreitet  

 

 

Variabler Schönbock - Verbreitung und Verhalten: Der Variable Schönbock kommt in fast ganz Europa, einschließlich der britischen Inseln vor. Auch in Nordafrika ist die Art beheimatet. Im Osten reicht sein Verbreitungsgebiet über die Türkei, Israel, Libanon, Syrien bis in den Iran und zum Kaukasus. Das Vorkommen in Nordamerika geht auf eine unbeabsichtigte Einschleppung zurück. Die Flugzeit von Phymatodes testaceus erstreckt sich von Mai bis Juli. Nach der Paarung deponieren die Weibchen ihre Eier an abgestorbenen oder gefällten Bäumen, dort wo sich die Rinde leicht vom Holz gelöst hat. Bei der Wahl des Wirtsbaums ist der Variable Schönbock nicht wählerisch. Überwiegend erfolgt die Eiablage an Eichen, Buchen oder anderen Laubbäumen. Nadelbäume werden dagegen weniger häufig befallen. An Stämmen, die bereits entrindet wurden erfolgt grundsätzlich keine Eiablage. Schon kurz nach der Eiablage schlüpfen die Larven und beginnen sogleich damit ihre Fraßgänge zwischen der Rinde und dem darunter liegenden Splintholz anzulegen. An frisch geschlagenen Stämmen gelingt es der Larve sich bis zum kommenden Frühjahr zu einem verpuppungsreifen Individuum zu entwickeln. In trockenem Holz kann die Entwicklung dagegen mehrere Jahre betragen. Kurz bevor sie sich verpuppt frisst die Larve einen sogenannten Hakengang ins Holz, den sie zu einer Puppenwiege erweitert. Hier findet dann im Frühjahr die Umbildung zur Imago statt. Die Puppenruhe dauert in der Regel 2 bis 3 Wochen. Beim Ausschlüpfen hinterlassen die Käfer ovale Ausfluglöcher in der Rinde die eine Größe von 4 x 6 mm haben.

 

 

Variabler Schönbock - Schadpotenzial: Anders als der Hausbock (Hylotrupes bajulus) gilt der Variable Schönbock nicht als Holzschädling, da er nicht in der Lage ist sich in verbautem Holz zu entwickeln. Die Eiablage erfolgt ausschließlich an berindetem Holz. Fehlt die Rinde bereits, so ist das Holz vor einem Befall mit Phymatodes testaceus sicher. An gefällten Bäumen, die noch nicht entrindet wurden, kann sich die Art sehr gut entwickeln. Allerdings richten die Larven hier nur geringe Schäden an, da sie das Splintholz nur oberflächlich annagen. Regelmäßig wird die Art daher auch in Brennholz bzw. Kaminholz gefunden.

 

   
Abb. 3: Der Rothalsbock (Stictoleptura rubra) gehört wie der Variable Schönbock (Phymatodes testaceus) in die Familie der Bockkäfer (Cerambycidae)
  Abb. 4: Der Gemeine Nagekäfer (Anobium punctatum) kann im Gegensatz zum Variablen Schönbock (Phymatodes testaceus) auch verbautes Holz befallen  

 

Variabler Schönbock - Bekämpfen: Eine Bekämpfung des Variablen Schönbocks ist nicht erforderlich, da verbautes Holz nicht befallen werden kann. Um zu verhindern, dass die Käfer während des Winters im Haus aus Brennholzscheiten ausschlüpfen, sollte Brennholz bzw. Kaminholz im Freien gelagert werden.

 

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