Institut für Schädlingskunde

 

 

Weißgraues Flechtenbärchen

 

Hier erfahren Sie alles über Erkennen, Vorkommen, Lebensweise, Schadwirkung und Bekämpfung des Weißgrauen Flechtenbärchens (Eilema caniola)

 

Wissenschaftlicher Artname des Weißgrauen Flechtenbärchens: Eilema caniola (HÜBNER, 1808)

 

Weißgraues Flechtenbärchen - Erkennen

Das Weißgraue Flechtenbärchen ist ein nachtaktiver Schmetterling aus der Familie der Bärenspinner. Die mottenförmigen Falter haben eine Flügelspannweite von rund drei Zentimetern. Die namensgebenden Vorderflügel sind weißlich-grau und werden normalerweise dachförmig übereinander gefaltet. Die dunkel gefärbten und stark beborsteten Raupen des Weißgrauen Flechtenbärchens können bis zu drei Zentimeter lang werden. Auf dem Rücken besitzen sie zwei längsverlaufende Punktreihen.

 

Weißgraues Flechtenbärchen (Eilema caniola) Falter

Abbildung 1: Die Falter des Weißgrauen Flechtenbärchens (Eilema caniola) sind unscheinbare, silbrig gefärbte Motten

Weißgraues Flechtenbärchen (Eilema caniola) Raupe

Abbildung 2: Die Raupen des Weißgrauen Flechtenbärchens (Eilema caniola) besitzen zahlreiche feste Borsten

 

 

Weißgraues Flechtenbärchen - Vorkommen und Lebensweise

Das Weißgraue Flechtenbärchen ist eine einheimische Art. Sein Verbreitungsgebiet reicht von Nordafrika bis Kleinasien. In Deutschland war das Weißgraue Flechtenbärchen bis vor wenigen Jahren noch recht selten und kam lediglich im äußersten Südwesten Deutschlands in einigen Regionen vor. Mittlerweile reicht das Verbreitungsgebiet dieser Schmetterlingsart östlich bis nach Nürnberg und nördlich bis nach Köln. Natürlicherweise lebt das Weißgraue Flechtenbärchen zum Beispiel im Bereich von Felsfluren und in Trockenrasengebieten, die stark mit Gestein durchsetzt sind. Seit einigen Jahren tritt die Art aber vermehrt in Städten und Dörfern auf wo sie auf Hausdächern lebt. Die nachtaktiven Raupen fressen hier an Flechten und Grünalgen, die auf den Dachziegeln wachsen.

 

 

Weißgraues Flechtenbärchen - Schadwirkung

Das Weißgraue Flechtenbärchen gilt als Lästling, sowie als Hygieneschädling. Vor allem im Hochsommer dringen die haarigen Raupen vermehrt in Dachstühle und Dachgeschoßwohnungen ein, da es dann zwischen den Ziegeln für die Tiere zu heiß wird. Hier landen sie dann oft auch in den Betten der Bewohner und können mit ihrer borstigen Behaarung bei sensiblen Personen Hautirritationen auslösen. Man spricht in diesem Zusammenhang von einer Raupendermatitis, die auch von den Raupen anderer Schmetterlingsarten verursacht werden kann.

 

 

Weißgraues Flechtenbärchen - Bekämpfung

Um Raupen des Weißgrauen Flechtenbärchens zu bekämpfen, können Insektensprays eingesetzt werden, die Wirkstoffe wie Pyrethrum, Permethrin oder Lamda-Cyhalothrin enthalten. Auch eine Verneblung von Kontaktinsektiziden ist möglich. Ausführliche Informationen über die Bekämpfung des Weißgrauen Flechtenbärchens finden Sie in unserem Praxisartikel Das Weißgraue Flechtenbärchen – ein neuer Schädling im urbanen Raum?

 

Schwammspinner (Lymantria dispar) Raupe

Abbildung 3: Die Raupe des Schwammspinners (Lymantria dispar) ist ähnlich wie die Raupe des Weißgrauen Flechtenbärchens (Eilema caniola) stark beborstet

Eichenprozessionsspinner (Thaumetopoea processionea) Raupen

Abbildung 4: Die Raupen des Eichenprozessionsspinners (Thaumetopoea processionea) lösen wie die Raupen des Weißgrauen Flechtenbärchens (Eilema caniola) eine Raupendermatitis aus

 

Weitere Informationen zu Erkennen, Vorkommen, Lebensweise, Schadwirkung und Bekämpfung des Weißgrauen Flechtenbärchens (Eilema caniola)

 

 

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